Euro wegen Münzunion-Fauxpas mit Rücken zur Wand
+++ Euro wackelt: Rückgang von 1,1393 auf 1,1330 CHF (14:48 Uhr)
EUR/CHF-Kurs mit höchstem Stand seit Mindestkurs...>
Home » » Euro wegen Münzunion-Fauxpas mit Rücken zur Wand

Euro wegen Münzunion-Fauxpas mit Rücken zur Wand

Die Währungshüter wollen noch mehr Geld für Krisenländer machen, um strukturelle Schwächen zu übertünchen. Der Euro reagiert verschnupft. Er steht aktuell bei nur noch 1,0640 Franken. Ein wichtiger Indikator, der die Ungleichgewichte in der Eurozone schonungslos offenlegt, signalisiert, dass es für den EUR/CHF-Kurs weiter nach unten gehen wird.

Mario Draghis Italien hat schon einmal eine Währungsunion wegen hoher Staatsverschuldung zum Platzen gebracht. Zwischen 1865 und 1927 waren zehn europäische Länder in der lateinischen Münzunion vereint. Deutschland war nicht dabei, Österreich-Ungarn schon. Als den Italienern Gold und Silber zur Münzprägung ausgingen, begannen sie damit Papiergeld zu drucken, bis die Münzunion kollabierte.

Die EZB hat gerade bekanntgegeben, dass sie über eine Änderung der Kaufregeln für den Erwerb von Staatsanleihen nachdenkt. Bisher erfolgen die Käufe proportional zur Wirtschaftsleistung, weshalb von Deutschlands Bundesanleihen am meisten erworben wird. Dies möchte man nun aufweichen. Ziel: Es sollen überproportional viele Staatsanleihen aus Ländern wie Italien gekauft werden.


Für den Euro ist das eine schlechte Nachricht. Zum einen setzt die EZB damit einen weiteren Anreiz von Reformen abzusehen. Zum anderen bleiben die Billionen aus der Notenpresse nicht im Süden, sondern wandern nach Deutschland. Die Italiener kaufen sich damit deutsche Vermögenswerte, so dass die Ungleichgewichte bei den Target-Salden, dem Fieberthermometer der Eurozone, immer größer werden.

Vor einem Jahr war 1 Euro noch 1,12 Franken wert. Damals klafften im Target-System die Defizite zwischen Italien und Spanien auf der einen, und Deutschland auf der anderen Seite nicht so weit auseinander wie heute. Die Target-Salden sind ein guter Indikator, weil sie, anders als die Zinsen, von der EZB nicht manipuliert werden können.

Daraus folgt: Je weiter sich die Salden zwischen Deutschland und Südeuropa aufspreizen, um so tiefer dürfte der EUR/CHF-Kurs sinken.