EUR/CHF: Wann kommt die Aufwärtsbewegung?
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EUR/CHF: Wann kommt die Aufwärtsbewegung?

"Wir erwarten, dass EUR-CHF in den kommenden Monaten langsam abwärts tendiert. Zum Jahresende sehen wir EUR-CHF bei der Parität", sagt die Commerzbank. Damit ist Deutschlands zweitgrößte Bank die Antipode zur UBS. Der Branchenprimus aus der Schweiz rechnet aufgrund des Konjunkturaufschwungs in der Eurozone mit einem Anstieg des Euros auf 1,12-1,16 Franken.

Die Euro-Gegner bringen sich derweil in Stellung. Ein Anstiegsversuch des Euros endet bei 1,0670 Franken. Damit droht es zu einem erneuten Test bei 1,0630 zu kommen. An dieser Marke ist der EUR/CHF-Kurs in den letzten Wochen fünfmal nach oben zurückgeprallt. Dahinter steckt die Schweizerische Nationalbank (SNB). Würde sich die SNB raushalten, wäre der Euro wohl schon unter 1,06.


Zwar ist das Wirtschaftswachstum in der Eurozone derzeit so stark wie seit knapp sechs Jahren nicht mehr, wie aus den Einkaufsmanagerdaten von IHS Markit hervorgeht. Der Euro bleibt aber wegen den anstehenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich in der Defensive. Der Schweizer Franken kristallisiere sich als sicherere Hafen heraus, schreibt die Commerzbank.

Es gibt aber einen Silberstreif am Horizont: Frankreichs Geschäftsklima in der Industrie ist gerade auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren gestiegen. Dadurch sinken die Chancen von Le Pen Protestwähler anzuziehen. Hinzu kommen vielversprechende Signale vom Devisenoptionsmarkt. Marktakteure setzen zwar auf Sicht von drei Monaten auf einen sinkenden Euro-Franken-Kurs.

Vom Euro-Dollar-Kurs abgeleitete Wahrscheinlichkeiten zeigen aber, dass mit einem Auseinanderbrechens der Eurozone nicht gerechnet wird: "Der Unterschied (Spread) zwischen dreimonatigen und einjährigen Volatilitäten ist unter null, was bedeutet, dass Anleger keine Risiken für die Gemeinschaftswährung für die Zeit nach den Wahlen in Frankreich sehen", heißt es in einem Artikel auf Bloomberg.

Die Paritäts-Prognose der Commerzbank hat eine Schwachstelle. Das Geldhaus spricht fast ausschließlich über die politischen Risiken (Trump, Brexit, Le Pen etc.) Dem kräftigen Konjunkturaufschwung trägt man hingegen nicht Rechnung. Sollte das Wachstum in Euroland im laufenden Jahr aber tatsächlich auf 2% anziehen, würde niemand mehr von einer Krise sprechen wollen.

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