Zur Lage von Franken-Kreditnehmern in Österreich im Januar
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Zur Lage von Franken-Kreditnehmern in Österreich im Januar

Weil der Euro bei 1,07 Franken steht, hat sich die Lage für Franken-Kreditnehmer verschlechtert. Vor einem Monat war 1 Euro 1,08 Franken wert, vor einem Jahr 1,09 Franken. Gleichwohl gibt es ermutigende Signale: Die Schweiz musste den Euro zuletzt nicht stützen, signalisiert eine neue Statistik zu den Devisenreserven. Ferner rechnen gewichtige Banken mit einem Anstieg des Euros auf 1,12-1,16 Franken.

Das kann ein Game Changer für den EUR/CHF-Kurs sein: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) musste im Dezember 2016 mit ihrer Druckerpresse keine Franken machen und damit Euros kaufen. Dies zeigt ein Rückgang ihrer Devisenreserven um 2,5 Milliarden Franken auf 645 Milliarden Franken. Es war die erste monatliche Abnahme seit neun Monaten.

Sowohl Österreichs größte Bank, die Erste Group, als auch die größten Geldhäuser der Schweiz und Frankreichs, rechnen damit, dass der EUR/CHF-Kurs im laufenden Jahr kräftig steigen wird. Momentan ist davon noch nichts zu sehen. Institutionelle Anleger bleiben skeptisch, wie die steigenden Euro-Absicherungskosten am Devisenoptionsmarkt unterstreichen. Hinzu kommt der recht starke Abwärtstrend.

Beispiel:
  • Ein Häuselbauer hat 2002 einen CHF-Finanzierung für 20 Jahre aufgenommen. Damals lag der EUR/CHF-Kurs bei 1,48. Weil der Euro inzwischen massiv an Wert verloren hat, nahm die Kreditschuld zu. Sie beträgt nicht mehr 150.000 Euro wie vor 15 Jahren, sondern 207.477 Euro (bei einem EUR/CHF-Kurs von 1,07).

  • Sollten sich die Wechselkursprognosen von UBS und BNP Paribas bewahrheiten und der Euro auf 1,16 Franken klettern, würde die Kreditschuld um 16.098 Euro auf 191.379 Euro sinken. Bei einem Kurs von 1,12 Franken, wie ihn Erste Group und Raiffeisenbank erwarten, fiele das Kreditvolumen um 9.263 Euro auf 198.214 Euro.

  • Abzüglich der Zinsersparnis gegenüber einer Euro-Finanzierung von etwa 31.000 Euro läge der Verlust bei 10.379 Euro (1 Euro = 1,16 Franken) bzw. 17.214 Euro (1 Euro = 1,12 Franken). Weil die Schweiz ihre Zinsen auch künftig unter denen in der Eurozone halten wird, dürfte die Zinsersparnis bis Laufzeitende in fünf Jahren um etwa 6.000 Euro auf 37.000 Euro steigen.