Freihandel Ade: Euro-Transferunion kommt 2018
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Freihandel Ade: Euro-Transferunion kommt 2018

Die Schweiz spendiert Mario Draghi ein 13. Monatsgehalt. So hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Jahr 2016 durch Euro-Stützungskäufe ihre Devisenreserven um 85 Milliarden Franken aufgebläht. Die EZB kauft jeden Monat für 80 Milliarden Euro Wertpapiere (hauptsächlich Staatsanleihen). Sie reißt die Tür für eine Transferunion weit auf.

Auf 3,6 Billionen Euro hat die EZB inzwischen ihre Bilanzsumme durch unzählige Wertpapierkaufprogramme und Langfristkredite für klamme Banken Südeuropas gesteigert. In den guten alten Zeiten zwischen 2002 und 2007, als der Euro scheinbar funktionierte, lag die EZB-Bilanzsumme zwischen 0,8 und 1,2 Billionen Euro.

Die SNB steigerte ihre Devisenreseren 2016 um 85 Milliarden auf 645 Milliarden Franken. Gemäß der SNB-Devisenallokationstabelle hält sie 42% davon in Euros. Anders als die EZB betreibt die SNB keine Geldpolitik zur Schuldenumverteilung, weshalb sie die 271 Milliarden Euros in erster Linie in bonitätsstarke Staatsanleihen aus Deutschland und Frankreich steckte.


Man kann also einigermaßen seriös Geld drucken, so wie es die Schweizer tun, oder unseriös, so wie es die Draghi und sein Club-Med macht. Denn wenn man sich ungedecktes Geld mit der Notenpresse selbst herstellt, um Ramschanleihen aus Portugal und nur eine Stufe über dem Ramschniveau liegende Staatsanleihen aus Italien und Spanien zu kaufen, tut man das in erster Linie um diesen Ländern zu helfen.

Das Verhältnis Bilanzsumme zu Wirtschaftsleistung liegt in der Schweiz bei 110%. In der Eurozone, deren Wirtschaft 20-mal so groß ist, sind es 36%. Bis Ende 2017 werden es ca 44% sein. Ein Ende der Bilanzaufblähung ist nicht in Sicht. EZB-Chef Draghi wird aller Voraussicht nach jeden Anstieg der Inflation als vorübergehend und nicht nachhaltig abqualifizieren, um mit Geld aus der Notenpresse weiterhin die Löcher in Südeuropa zu stopfen.

2018 beginnen die Euroländer Verhandlungen über eine Fiskalunion. Je mehr Staatsanleihen Draghi kauft, um so stärker ist die Verhandlungsposition der Südländer plus Frankreich. Sie möchten Euroland vom Freihandel abschirmen und eine Transferunion errichten. Als Einstieg stellen sich Hollande und Tsipras eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung vor. Bezahlen sollen das die Nordländer Deutschland, Niederlande, Finnland und Österreich.