Wird aus dem kleinen Kursfeuerwerk ein großes?
+++ Euro mit Wochenschluss bei 1,1346 Franken +++
Franken wird verkauft: Euro plötzlich wieder gefragt...>
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Wird aus dem kleinen Kursfeuerwerk ein großes?

Der Euro muss zeigen, dass es sich bei seinem Anstieg auf 1,0816 Franken nicht um eine Eintagsfliege handelt. Ein Interventionsschub zum Monatsultimo könnte das kleine Kursfeuerwerk ausgelöst haben. Bricht die Schweizerische Nationalbank (SNB) jenen Spekulanten, die auf einen stärkeren Franken wetten, das Genick?

"Es ist möglich, dass die SNB interveniert", zitiert die Neue Zürcher Zeitung den Analysten Andreas Ruhland von der IG Bank. Die Schweizer Notenbanken könnte sich mit dem Ankauf von Euro-Devisen für mögliche Marktturbulenzen im Zuge des Verfassungsreferendums in Italien rüsten, meint der Experte.

Es gibt auch einen taktischen Anreiz, gerade am Monatsultimo zu intervenieren. Euros, die die SNB am 30. November kauft, werden zwei Börsenstage später, also im Dezember, bilanzwirksam. Das führt dazu, dass diese Euros erst in der übernächsten Pflichtmitteilung an den Internationalen Währungsfonds (IWF), in der die SNB die Höhe ihrer Devisenreserven offenlegen muss, auftauchen.

Mit solchen Spielchen kann sich die SNB etwas Luft verschaffen. Weite Teil der Schweizer Öffentlichkeit sind nicht damit einverstanden, dass die Notenbank immer größere Bestände der "Verliererwährung Euro" anhäuft. Werden die Euros weniger wert, schreibt die SNB Verluste. Irgendwann müsste der Steuerzahler einspringen.

Spekulanten-Schafherde

Die ausgezeichnete Stimmung in der Schweizer Industrie spricht dafür, dass der Franken eher unterbewertet als überbewertet ist. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) klettert mit 56,6 Zählern auf den höchsten Stand seit Februar 2014. Der PMI-Index für die Eurozone weist lediglich einen Stand von 53,7 Punkten auf.

Damit sich wirklich etwas tut, müsste die SNB den Euro über eine Barriere bei 1,0825 Franken hieven. Damit könnte sie womöglich einen Teil der Optionshändler, die auf einen stärkeren Franken spekulieren, das Genick brechen. Unter dem früheren SNB-Chef Philipp Hildebrand wäre man wahrscheinlich auch so aggressiv vorgegangen.

Thomas Jordan gilt hingegen nicht als ein Anhänger aggressiver Interventionen, mit denen Notenbanker Anleger wie ein Schafherde führen wollen. Als Hildebrand zurücktrat und Jordan seinen Hut in den Ring warf, um das Steuer bei der SNB zu übernehmen, sank der EUR/CHF-Kurs. Die Märkte wussten sofort, dass Jordan nicht so aggressiv Devisen ankaufen würde wie Hildebrand.