Wächst der Euro im Dezember über sich hinaus?
+++ Euro erholt sich von 1,1410 auf 1,1460 Franken +++
Tücken des deutschen Wahlergebnis für den EUR/CHF-Kurs...>
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Wächst der Euro im Dezember über sich hinaus?

Die Sollbruchstelle ist da: Der Euro hat die Barriere bei 1,0820 Franken geknackt. Jetzt ist ein sehr schneller Anstieg auf 1,0915 möglich. Bricht auch dieser Widerstand, sind EUR/CHF-Kurse von 1,10 + x drin. Die Presse landet "Behind the Curve". Ebenso zwei deutsche Banken mit ihren EUR/CHF-Prognosen. Man reibt sich die Augen, warum der Euro gerade jetzt stärker wird.


"Nach Abstimmung droht Schuldenkollaps. Sonntag droht das Ende des Euros", schrieb "Focus Money" wenige Tage vor dem Referendum in Italien. Die Wähler haben zwar nein gesagt. Erstaunlicherweise geht es dem Euro aber besser als vor der Volksabstimmung. Er steigt nicht nur gegen den Schweizer Franken, sondern auch gegen den US-Dollar.

Was in Italien passiert, ist irrelevant. Das Land bekommt auf inoffiziellem Weg alle möglichen Vergünstigungen, Bürgschaften, Bankenhilfen, Zinssubventionen etc. Der Punkt, an dem es kritisch wird, ist längst nicht erreicht. Italien könnte mit seiner Staatsverschuldung auch auf 150% des BIP hochgehen und es würde nichts passieren, außer das sich Wolfgang Schäuble grün und blau ärgern würde, weil er mit seinen Haushalts-Doktrin einmal nicht das letzte Wort hätte.

Italien hat Exportüberschüsse: Sie machen es, anders als Länder wie die Türkei oder Spanien, vor nervösen ausländischen Anlegern unabhängig. Die große Mehrheit der italienischen Staatsanleihen wird von inländischen Banken gehalten. Hedgefonds werden daher einen Teufel tun und auf einen Ausbruch einer italienischen Finanzkrise spekulieren.

Ob dem Euro bis Ende 2016 noch ein Anstieg auf 1,12 Franken gelingt, wie von BNP Paribas prognostiziert, ist trotz des aktuellen Rückenwinds fraglich. Auf der anderen Seite könnten Commerzbank und Landesbank Hessen-Thüringen, die beide mit 1,08 rechnen, ihre Vorhersagen zu tief angesetzt haben.

Bigger Picture ändert sich nicht:
In der Eurozone schieben sie sich Geld aus Rettungspaketen, Zentralbankgeld, Notenbankgewinne und Zinsgewinne auf ihre eigenen Staatsanleihen hin und her wie zwielichtige Schmuckhändler Hehlerware. Ein Ende ist nicht in Sicht, solange die Südländer ihre hohen Arbeitslosigkeiten als Waffe einsetzen, um die Inflation zu drücken, womit sie erreichen, dass die EZB Staatsanleihen ohne Limit kauft.