Sinkender Goldpreis ist Persilschein für Geldpolitik
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Sinkender Goldpreis ist Persilschein für Geldpolitik

Contrarions wagen sich aus der Deckung. Aktien sind zu kräftig gestiegen, Gold ist zu stark gefallen. Das ist die Einschätzung des Schweizer Börsenexperten Marc Faber (Dr. Doom). Für Notenbanker ist der sinkende Goldpreis wie ein Sechser im Lotto. Bundesbankchef Jens Weidmann versucht mit einer interessanten Bemerkung über Inflation und Notenpresse die Disziplinierung seiner Kollegen auf anderem Wege wieder herzustellen.

Der US-Aktienmarkt sei nicht so stark, wie es die Indizes anzeigen, sagt Faber im Gespräch mit CNBC. Gold und Goldminenaktien wären hingegen auf den derzeit niedrigen Niveaus attraktiv. Er fügt hinzu: "Ich glaube der Dollar ist schrecklich überkauft und überbewertet."

Janet Yellen und Mario Draghi würden öffentlich wahrscheinlich niemals zugeben, dass Gold mit zunehmenden Einsatz der Notenpresse immer wertvoller wird. Yellen wurde bei einer Kongressanhörung einmal darauf angesprochen, ob der Goldpreis steige, je mehr Geld die Fed drucke. Sie antwortete, dass den Goldpreis alle möglichen Faktoren beeinflussen würden.

Lenkungsfunktion

Würde Gold wie vor fünf Jahren kurz davor stehen über 2.000 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zu steigen, müssten man es mit dem Laufenlassen der Notenpressen langsamer angehen lassen. Je höher Gold steigt, umso mehr nagt das an der Glaubwürdigkeit einer Zentralbank.

Derzeit sind die Chancen höher, dass der Goldpreis unter 1.000 Dollar fällt, als das er über 2.000 Dollar steigt. Ein Grund dafür dürfte im Erstarken des US-Dollar liegen. Insofern verwundert es wenig, dass Faber den Dollar für überbewertet hält. Damit das von dem Schweizer favorisierte Gold teurer wird, müsste der Dollar wohl ein ganzes Stück abwerten.

Durch die steigende Inflation werde der Realzins, also das, was Anleger nach Abzug von Teuerung und Kapitalertragssteuern verdienen, weiter fallen, sagt der Chef der Deutschen Bundesbank, EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das heißt: Steigt die Inflation, muss die EZB nur am Status Quo festhalten, um die Geldpolitik noch expansiver werden zu lassen.

Je höher die Inflation steigt, umso größer fallen auch die Steuereinnahmen aus und umso mehr Geld kann Wolfgang Schäuble in seinen horrenden Subventionsapparat stecken.

🔗 Deutschland zahlt so viele Subventionen wie nie (Spiegel Online, 28.11.16)

Die beabsichtigte Wirkung der Geldpolitik nehme mit der Zeit ab, während die unerwünschten Nebenwirkungen zunehmen würden, fügt Weidmann hinzu. Die große Mehrheit seiner Kollegen im EZB-Rat sieht das anders. Sie dürften den sinkenden Goldpreis intern als Beleg dafür heranziehen, dass die Glaubwürdigkeit in die EZB-Geldpolitik gestiegen ist.

Fazit:
Günstiges Gold ist schlecht für die mittelfristige Finanzmarktstabilität. Ein höherer Goldpreis wäre allein schon deswegen wünschenswert, um den Notenbanken auf die Finger zu klopfen.