Early Adopter nutzen Euro-Anstieg für Franken-Cash
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Early Adopter nutzen Euro-Anstieg für Franken-Cash

Der Franken-Cash-Trade kommt zurück: Die tiefe Inflation in der Schweiz nagt am Selbstbewusstsein des Euro. Wer das Haar in der Suppe sucht, findet es in dem sich eintrübenden Konjunkturindex für die Eurozone. Auf der Habenseite stehen sinkende Zinsen auf Staatsanleihen in Südeuropa. Neu ist: Der Euro profitiert davon, dass immer mehr Staatsanleihen mit Notenbankgeld gekauft werden.

In der Schweiz lag die jährliche Inflationsrate im November mit -0,3% tiefer als von Volkswirten erwartet. Gemäß der Prognose des Bundesamtes für Statistik wird die Teuerung 2016 im Jahresdurchschnitt bei -0,4% liegen. Statt einer Geldentwertung gibt somit eine Geldaufwertung. Wer sich 15.000 Franken ins Schließfach legt, dessen Kaufkraft hat sich wegen der negativen Teuerung um 60 Franken (0,4% von 15.000) auf 15.060 Franken erhöht.

Mit den 60 Franken lassen sich in der Regel die Kosten für ein Bankenschließfach bei einer Kantonalbank bestreiten. Damit ist man wieder bei 15.000 Franken. Die Vorteile liegen dennoch auf der Hand:
  1. Man hat einen Wertspeicher außerhalb der Eurozone. Die Populisten können einem im Wahljahr 2017 nichts anhaben.
  2. Sollte der Euro-Franken-Kurs auf die Parität zurückfallen, käme ein hübscher Wechselkursgewinn hinzu.

Euro-Cash macht hingegen nur für Großanleger Sinn. Die Münchener Rück hortet beispielsweise Bargeld in Tresoren, um dem Negativzins der EZB zu entgehen. Viele Bankkunden zahlen im Prinzip bereits negative Zinsen, weil die Banken an der Gebührenschraube drehen. Und wer noch Zinsen aus alten Sparverträgen bekommt, wird vom Fiskus abkassiert. Der erhebt seine Kapitalertragssteuer vor Abzug der Inflation, die in Deutschland zuletzt bei +0,8% lag.

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Nach vier Anstiegen in Folge hat sich die Anlegerstimmung im Euroraum überraschend eingetrübt. "Euroland kann seinen positiven Trend der Vormonate nicht fortsetzen", kommentiert Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. Der Rückgang des Konjunkturindex ist ein erstes Warnsignal. Das Sentix-Forschungsinstitut stuft die Eurozone von "Boom" im November auf "Aufschwung" im Dezember herunter.

Dass die Zinsen auf südeuropäische Staatsanleihen sinken, obwohl Italiens Stimmvolk seinen Ministerpräsident gerade abgewählt hat, zeigt, dass die EZB-Interventionen eine neue Eskalationsstufe erreicht haben. Der ING-Finanzkonzern sagt, dass eine Drosselung der Aufkäufe von Staatsanleihen (Tapering) dem Euro schaden würde, weil damit unweigerlich ein Anstieg der Risikoprämien für Italien, Spanien und Portugal einherginge.

Anfang Oktober war der Euro noch wegen ins Kraut schießende Spekulationen über ein EZB-Tapering auf knapp 1,10 Franken gestiegen. Nun kommt es offenbar zu einem Umdenken bei Anlegern. Das kleinere Übel sind die Käufe von Staatsanleihen über die Notenpresse, obschon mit ihnen immer mehr Euros in Umlauf kommen.