EUR/CHF kommt 1,20 Ende 2018 recht nahe, sagt ABN Amro
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Eurozone kann verbleibende Zweifel nicht ausräumen...>
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EUR/CHF kommt 1,20 Ende 2018 recht nahe, sagt ABN Amro

Der Euro steigt auf 1,15 Franken, allerdings erst Ende 2018, prognostizieren die Devisenexperten von ABN Amro. Eine solche Wechselkursentwicklung dürfte in etwa auch der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vorschweben. Sie ist der Meinung, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis die Strukturprobleme überwunden, Wachstum sowie Zinsen signifikant steigen und der Euro wieder in einer Position der Stärke ist (so wie 2002-2007).

Die Europäische Zentralbank (EZB) werde erst im März 2018 in der Lage sein, ihr massives Wertpapierkaufprogramm herunterzufahren, heißt es in der neuen Strategiestudie für die Eurozone. Im Gegensatz zu den USA, wo der eingehende Präsident Trump mit Konjunkturprogrammen auf Pump das Wachstum anschöbe, dürften die Europäer nach Einschätzung von ABN Amro an ihre stringenteren Fiskalpolitik festhalten.

Entsprechend mager sehen die EUR/CHF-Prognosen für die kommenden zwei Jahre aus. Mehr als 1,08 Franken in 2016 und 1,11 Franken in 2017 werde für den Euro nämlich laut der niederländische Bank nicht drin sein. Damit liegt man nur geringfügig über der mittleren Wechselkursprognose von 10 Banken, die den Euro im nächsten Jahr bei knapp 1,10 Franken sieht.


Es gebe "vielerorts immer noch Strukturprobleme, die Inflation und Wachstum tief halten. Erst wenn diese mit Reformen überwunden werden und damit zusätzliches Wachstum generiert werden kann, erwarte ich, dass das Zinsniveau anhaltend ansteigt. So weit sind wir aber noch nicht", sagt SNB-Präsident Thomas Jordan im Interview mit der "Basler Zeitung", dem "Tages-Anzeiger" und "Bund".

Eine Schwäche der langfristigen EUR/CHF-Progonse von 1,15 ist eine gewisse Konjunktur-Überheblichkeit. Die Experten können sich offenbar überhaupt nicht vorstellen, dass es irgendwann zu einer Rezession kommen wird. Damit ist die Stimmung ähnlich wie vor 2008, als viele meinten, künftig gebe es immer wirtschaftliches Wachstum, weshalb man den Internationalen Währungsfonds (IWF) eigentlich abschaffen könne.