Schweizer Franken Prognosen Made in Austria
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Schweizer Franken Prognosen Made in Austria

Österreichs Banken sehen den Euro in einer Bandbreite von 1,08 bis 1,12 Franken. Erste Group und Raiffeisenbank machen mit ihren Vorhersagen den heimischen Fremdwährungskreditnehmern kaum Mut. Auch die Linzer Oberbank ist nicht gerade optimistisch. Handelt es sich um eingefärbte Prognosen, die dazu dienen, Franken-Kreditnehmer in Euro-Konvertierungen hineinzubegleiten?

Der Euro werde bis Ende 2016 auf 1,11 Franken steigen und sich in den darauf folgenden sechs Monaten auf 1,12 Franken nach oben hangeln, sagt die Erste Group. Auf langfristige Sicht zeigten fundamentale Faktoren keinen Spielraum für eine starke Abschwächung des Schweizer Frankens, heißt es im aktuellen Erste Group Quartalsheft Global Strategy.

Ein etwas stärkeres Auf und Ab erwartet die Raiffeisenbank. Sie prognostiziert den EUR/CHF-Kurs für Dezember 2016 auf 1,08 und für September 2017 auf 1,12. Es sei sehr wahrscheinlich, dass sich Schweizerische Nationalbank (SNB) bemühe, den Wechselkurs um 1,10 zu stabilisieren. Davon geht man offenbar auch bei der Oberbank aus, deren Prognosen für dieses und nächstes Jahr bei 1,10 liegen.


"Wenn die Welt so bleibt, dann kann auch 2030 noch nicht mit 1,50 gerechnet werden", sagte Reinhard Aumann, Leiter der Vertriebsdirektion Wohnbau & Immobilien der Erste Bank, bereits vor zweieinhalb Jahren dem Wirtschaftsblatt. Die meisten Kredite müssten 2025 und 2030/31 zurückbezahlt werden (Abreifungsspitze). Eine Neustrukturierung der Fremdwährungskredite erfolge nur auf freiwilliger Basis, so Aumann.

Die mit Franken-Krediten überfrachteten Banken in Österreich können eigentlich nur verlieren. Gäbe man hohe EUR/CHF-Prognosen von 1,15 ab (so wie Danske Bank), würde man Kreditnehmer ermutigen, an der Aussitzen-Strategie festzuhalten und müsste sich im Fall eines Wechselkursrückgangs Blauäugigkeit vorwerfen lassen.

Sähe man 1 Euro = 1 Franken (so wie die Commerzbank) gerieten Erste Group und Raiffeisen unter Verdacht Panikmache zu betreiben. Das Kalkül: Möglichst viele Franken-Kreditnehmer vor der Abreifungsspitze in eine Euro-Konvertierung zu zwingen, um die lästigen CHF-Kredite, die bei den Banken viel Eigenkapital binden, aus den Bilanzen zu bekommen.