Konjunktur-Check: Der Euro hat ein sanftes Ruhekissen
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Konjunktur-Check: Der Euro hat ein sanftes Ruhekissen

Plötzlich haben nicht mehr schlechte Nachrichten Hochkonjunktur, sondern die Wirtschaft ist inmitten einer. Die über den Sommer auf Schleichfahrt abgebremste Weltwirtschaft nimmt Fahrt auf. Die USA und Deutschland peilen dekadenlange Konjunkturaufschwünge an. Parallelen zu der kräftigen Expansionsphase 2010/2011 sind unübersehbar. Was das neue Umfeld für den Schweizer Franken bedeutet, und warum es sich lohnt, Silber im Auge zu behalten.

"Ich glaube es findet gerade eine wirtschaftliche Erholung auf globaler Ebene statt, die den Optimismus anfachen wird", sagt Jim Paulsen, Chef für Vermögensverwaltung bei Wells Fargo Asset Management, dem Finanzsender CNBC. Es ist die anziehende Industriekonjunktur in den USA, Deutschland und China, die den Chefanleger der drittgrößten US-Bank zuversichtlich stimmt. Paulsen hält es für gut möglich, dass die nach der Finanzkrise einsetzende Konjunkturerholung, die einigermaßen zäh und langsam verläuft, länger als zehn Jahre dauern wird.

Börsenschreck Trump geht K.O.

Dieses Schmankerl hat sich der Eigentümer der "Washington Post" und Gründer von Amazon, Jeff Bezos, wohl aufgehoben, um seinem Intimfeind Donald Trump zur richtigen Zeit K.O. zu schlagen. In obiger Zeitung taucht ein mit frauenfeindlichen Äußerungen gespicktes Video Trumps aus dem Jahr 2005 auf. In den USA schlägt es hohe Wellen. Für Trump dürfte es das gewesen sein. "Ich habe es gesagt. Es war falsch. Ich entschuldige mich", wimmert der Immobilienmogul. Es scheint zu spät. "Dieser Wahlkampf ist vorüber", erklärt CNN-Kommentator Bob Beckel.

In Europa sollte die politische Unsicherheitswolke spätestens nach dem Referendum in Italien am 4. Dezember 2016 über eine Verfassungsänderung abziehen. Die wirtschaftliche Erholung Frankreichs, wo die Industrieproduktion zuletzt deutlich gestiegen ist, kommt in Gang. Einen zusätzlichen Schub könnte ein Einstieg in den Ausstieg der Sanktionen gegen Russland Anfang 2017 bringen. Wenn es den USA und Europa gut geht, dann geht es auch China gut. Eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft ist somit auch für 2017 unwahrscheinlich.

Alle wollen Inflation: Hier ist sie

2010/2011 hatte es zuletzt einen Phase gegeben, in der Europa, die USA und Asien gemeinsam auf robustem Expansionskurs waren. Damals kletterte die Inflation auf knapp 3%, woraufhin die Europäische Zentralbank (EZB) zweimal ihren Leitzins erhöhen sollte. Auch heute gibt es bereits Anzeichen für eine wieder steigende Teuerung. In den USA lagen die Stundenlöhne im September 2016 um 2,6% höher als im September 2015. Der Ölpreis ist aktuell mit 52 US-Dollar um 4 Dollar höher als in der ersten Oktoberwoche 2015.

Wegen der guten Industriekonjunktur und der steigenden Inflation lohnt sich ein Blick auf Silber. Der Silberpreis kletterte im April 2011 auf 50 US-Dollar je Feinunze. Momentan befindet er sich in einer Korrektur. Silber fiel seit Beginn der zweiten Jahreshälfte 2016 von 21,10 Dollar auf 17,08 Dollar (-19,05%). Ist die Korrektur vorbei, könnte es wegen der steigenden Silbernachfrage aus der Industrie ein neues Hoch über 21 Dollar in Angriff nehmen. Hinzu kommt: Die Notenbanken, allen voran die EZB, dürften einen Teufel tun und die Inflation mit schnellen Zinserhöhungen abwürgen.

Beim Euro sieht es nicht nach einer Wiederkehr des Kursmusters aus den Jahren 2010/2011. Damals war er von 1,49 Franken auf 1,01 Franken gesunken, woraufhin die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs einführte. Inzwischen gibt es in der Schweiz einen Investorenschreck. Die Schweizer haben den tiefsten Negativzins der Welt (-0,75%). Das, zusammen mit dem recht steilen globalen Wachstumspfad, mehr Inflation und der Aussicht auf EZB-Tapering spricht für einen Anstieg des Euros auf 1,10-1,15 Franken.