Merkel und Flunker-Juncker halten EUR/CHF auf Kurs
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Merkel und Flunker-Juncker halten EUR/CHF auf Kurs

Die Schweiz zieht im nächsten Jahr an der Eurozone vorbei. Der Euro muss sich demnach sputen, den Franken noch den einen oder anderen Rappen leichter zu machen. Mit Angela Merkel und Jean-Claude Juncker (Spitzname: Flunker-Juncker***) hat der Euro zwei Asse im Ärmel. Die politischen Mühlen malen langsam, weshalb der EUR/CHF-Kurs erst im Herbst 2017, und nicht schon im Herbst 2016, den Weg nach unten antreten dürfte.

Die Schweizer Regierung erhöht die Wachstumsprognose für 2016 von 1,4% auf 1,5%. Sie folgt damit der Schweizerischen Nationalbank (SNB), welche in der letzten Woche von 1,25% auf 1,5% ging. Für 2017 erwarten die Konjunkturexperten des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) 1,8%. Zum Vergleich: Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet in der Eurozone mit einem Wachstum von 1,7% (2016) und 1,6% (2017).


Seit dem Mindestkurs-Aus liegt die Eurozone beim Wachstum vorne. Dies ändert sich gerade, weshalb sich im Euro-Franken-Kurs die zu Gunsten der Schweiz aufgehende Konjunkturschere früher oder später niederschlagen muss. Hinzu kommt: Durch den Konjunkturaufschwung bekommen jene um die Schweizerische Volkspartei (SVP) versammelten Kräfte Zulauf, die sich gegen eine künstliche Abschwächung des Frankens aussprechen.

Der Euro muss sich aber noch nicht geschlagen geben. Angela Merkel will sich nächstes Jahr aller Voraussicht nach zum vierten Mal zur deutschen Bundeskanzlerin wählen lassen. Damit das gelingt, dürfte sie neben einer Korrektur an ihrer künftigen Flüchtlingspolitik auf Steuersenkungen setzen. Im Gespräch ist auch eine Abschaffung des Solidaritätszuschlages, die man ohne Zustimmung der Bundesländer durchdrücken könnte.

Auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) sind konjunkturstimulierende Maßnahmen zu erwarten. Neben einer so gut wie sicheren Verlängerung des Wertpapierkaufprogramms deutlich über März 2017 hinaus, dürfte die EZB nach dem Vorbild der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Bank von Japan (BoJ) in den Ankauf von Aktien einsteigen.

Die dicke Rechnung für den Euro käme dann erst im Herbst 2017: Dann sollte Merkel ihre 16 Jahre Kanzlerschaft gesichert haben und die Wirkung der paneuropäischen Konjunkturmaßnahmen verflogen sein. Zuvor dürfte Flunker-Juncker mit seinem Konjunkturprogramm noch dafür gesorgt haben, überproportional viele Gelder nach Frankreich zu leiten, um Marine Le Pen als Präsidentin zu verhindern.



***"Wenn es ernst wird, muss man lügen."
Das sagte Jean-Claude Juncker 2011 im Zusammenhang mit der Schuldenkrise.