Franken schwächer: Risikovorsorge Buch mit sieben Siegeln
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Franken schwächer: Risikovorsorge Buch mit sieben Siegeln

Der Risikoappetit den den Finanzmärkten ist so groß wie noch nie. Hintergrund sind Aktienkurse auf Allzeithochs und ein massives Gelddruckprogramm der Bank von England. Für den Euro ist das eine schöne Sache. Er verteuert sich um ein halbes Prozent auf 1,0875 Franken, nachdem er im Juli 2016 von 1,0945 auf 1,0788 Franken fiel. Das Euro-Bargeld-Horten wird wieder beliebter. Es gilt allerdings ein wichtiges Detail zu beachten.

So richtig ablassen von dem als sicheren Hafen wahrgenommenen Schweizer Franken wollen Investoren nicht. Sonst wäre der Euro schon längst über 1,10 Franken gestiegen. Doch vielleicht kommt das noch, sollte es der EZB gelingen neben einer Blase am Anleihemarkt auch eine Blase am Aktienmarkt zu formen. Derweil steigt der US-Aktienindex S&P 500 auf 2.183 Punkten. Das ist der höchste jemals erreichte Stand.

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Börsianer gehen in die Vollen, als bekannt wird, dass die US-Wirtschaft im Juli 255.000 Arbeitsplätze schuf. Das war deutlich mehr als erwartet. Wichtig ist auch der Anstieg der Stundenlöhne, die um 2,6% höher lagen als im Juli 2015. Steigende Löhne seien gut für die Konsumausgaben, sagt der Volkswirt Jesse Edgerton von der US-Bank JPMorgan Chase, laut einer Bloomberg-Meldung.

Am Donnerstag hatte die Bank von England für gute Stimmung gesorgt: Sie senkte ihren Leitzins auf 0,25%, kauft künftig noch mehr Staatsanleihen und vergibt Kredite direkt an Unternehmen. Als nächstes wäre nun wieder die Europäische Zentralbank (EZB) dran, ihre Monopoly-Bank mit frisch gedrucktem Geld aufzufüllen, damit die Schuldner die nächste Runde überstehen. Die Auftragseingänge deutscher Industriefirmen aus der Eurozone brachen zuletzt um 8,5% ein.

Risikovorsorge

Wer etwas auf der hohen Kante hat, hat derzeit nicht gerade die Qual der Wahl. Der Schweizer Franken schwächt sich ab, Gold fällt, Aktien sind riskant und Euros auf Bankkonten werden mit hohen Gebühren für Kontoführung belegt. Trotz aller Probleme in der Eurozone kann es vor diesem Hintergrund Sinn machen, Euro-Bargeld zu horten.

Man sollte aber darauf achten, dass die Seriennummer oben rechts auf der Rückseite der Euro-Geldscheine mit einem X oder einem N beginnt. Dann wurden die Scheine nämlich in Deutschland oder Österreich ausgegeben. Kommt es hart auf hart, dürften deutsche- und österreichische Regierung nur für das von ihnen ausgegebene Bargeld einstehen. Die Motivation Bargeld aus Griechenland, dessen Seriennummer mit Y beginnt, zu garantieren, sollte weitaus geringer sein.

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