Sind das vergängliche Zucker-Hochs an den Börsen?
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Sind das vergängliche Zucker-Hochs an den Börsen?

Der EUR/CHF-Kurs findet Gefallen an steigenden Aktienmärkten, und so klettert die Devisennotierung auf 1,1103. Das ist der höchste Stand seit drei Monaten. Der Euro profitiert von Finanz-Ingenieuren, welche mit Aktienrückkaufprogramme für eine feuchtfröhliche Börsenstimmung sorgen. Und das kann noch lange so weiter gehen.

Stanley Druckenmiller nennt das, was sich da am Aktienmarkt abspielt, ein "vergängliches Zucker-Hoch". Es basiere auf rücksichtslosen Verhalten von Corporate America und einer "radikal taubenhaften" US-Notenbank (Fed), sagt der Star-Investor, der von 1986 bis 2010 jedes Jahr eine durchschnittliche Rendite von 30% erreichte, und sich kein einziges Verlustjahr leistete.

Aus der Sicht von 0815-Aktienfonds-Managern (also jenen, die sich auf die Schulter klopfen, wenn der Dax bei -20% ist, sie aber nur einen Verlust von -10% ausweisen) ist alles in bester Ordnung. Das Karussell dreht sich nach sieben Jahren Hausse wie am ersten Tag. Inzwischen sind es nicht mehr bessere Konjunkturdaten, die Aktienkurse antreiben, sondern "Finanz-Ingenieure" börsennotierter Unternehmen. Sie kaufen eigene Aktien zurück.

Hochgeputschte Aktien

In einem US-Wahljahr erreichen die Aktienkurse normalerweise sechs Monate vor den Wahlen im November ihre Höchstmarken. Danach geht es bergab. Das haben statistische Auswertungen der Bank of America Merrill Lynch ergeben. Sollte die Regel auch in diesem Jahr halten, müssten Dow Jones, Dax & Co. demnächst den Weg nach unten antreten.

Doch ein Börsenbeben dürfte Fed-Chefin Yellen nicht zulassen. Die Fed werde versuchen einen 20-prozentigen Rückgang der Aktienmärkte zu verhindern, sagt Druckenmiller. Es ist verständlich, warum der Fed sinkende Aktienkurse ein Dorn im Auge sind. Zum einen würde sich Stimmung der Verbraucher stark eintrüben. Denn Amerikaner stehen auf Aktien so wie die Deutschen auf Sparbücher.

Zum anderen braucht Corporate America hohe Kurse. Beim organischen Wachstum hapert es wegen sinkender Produktivität und steigenden Löhnen an allen Ecken und Enden. Deshalb sind US-Unternehmen gezwungen produktive Firmen hinzuzukaufen. Für solche Übernahmen sind künstlich hohe Aktien des eigenen Unternehmens, die man hernehmen kann, um den alten Eigentümern ihre Anteile abzukaufen, eine Grundvoraussetzung.

Es ist nichts Neues, dass die Fed Ausflüge in die Wirtschaftspolitik unternimmt. Ein Beispiel: In den 1920er-Jahren war es den Währungshütern ein Dorn im Auge, dass US-Unternehmen ihr damals noch vorhandenes organisches Wachstum mittels Gewinnrücklagen finanzierten. Die Banken bekamen ihre Kredite kaum noch los, bis schließlich die Fed eingriff.