EUR/CHF bei 1,1060: Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit
+++ Euro schließt bei 1,0774 Franken +++
Die Schweizer machen ihren Franken stark...>
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EUR/CHF bei 1,1060: Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit

Der Euro kann die gute Stimmung nicht in Kursgewinne ummünzen. Die Aktienmärkte schon. Bei den Konjunkturdaten sticht Deutschland heraus. Die Geschäfte laufen prächtig. Frankreich und Italien kommen nicht hinterher, was für den Euro-Franken-Kurs offenkundig ein Problem darstellt. Gleichwohl sieht es derzeit so aus, als ob sich der Euro bei 1,1060 Franken befestigen kann.

Würde es überall so gut laufen wie in Deutschland, wäre der Euro wahrscheinlich schon irgendwo bei 1,20-1,30 Franken. Jetzt müssen die Deutschen nur noch die anstehende Fußball-Europameisterschaft gewinnen, und das Wirtschaftswachstum würde wahrscheinlich noch einmal um ein paar Zehntel höher ausfallen.

Aber auch so wächst die Wirtschaft robust. Die Zuversicht in den Chefetagen der deutschen Unternehmen ist größer als man das erwarten konnte, teilt das Münchner Ifo-Institut mit. Auch die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich auf ausgelassenem Niveau noch einmal verbessert. Der GfK-Konsumklimaindex konnte entgegen den Erwartungen zulegen.

Das Problem: Die anderen großen Euroländer können nicht mithalten. In Italien kommt es zu einem überraschend deutlichen Rückgang des Auftragseingangs in der Industrie, während sich in Frankreich das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe eintrübt. Die Industrie ist auf Schrumpfkurs. Frankreich ist mit seiner Rohstahlproduktion inzwischen hinter Spanien zurückgefallen.

Vor genau vier Jahren wurde der Sozialist Francois Hollande zum Präsidenten gewählt. In den 48 Monaten seitdem Hollande regiert, lag der von Markit erhobene französische Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie 39-mal unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Eine klareres Anzeichen für eine vollkommen verfehlte Industriepolitik kann es im Grunde genommen nicht geben.


Der Euro durchläuft derzeit eine Korrekturphase. In den letzen vier Handelstagen sank er von 1,1130 Franken auf 1,1050 Franken. Momentan sieht es danach aus, als ob es wieder nach oben geht. Der Euro ist dabei von der Trendlinie zurückzuprallen. Ob die Fortsetzung des Aufwärtstrends gelingt, wird sich allerdings erst in den nächsten Tagen herausstellen.

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