500er Ade: Euro-Bosse halten Bürger für einfältig
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500er Ade: Euro-Bosse halten Bürger für einfältig

Jetzt ist es passiert: Der 500-Euro-Schein wird gemäß offiziellem Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) abgeschafft. Sie tut das mit dem vorgeschobenen Argument der Kriminalitätsbekämpfung. Wer genauer hinsieht, erkennt: 338 Millionen Bürger, die täglich mit dem Euro bezahlen, werden nach Strich und Faden von ihren eigenen Währungshütern angelogen. Der Fiskus begrüßt den gläsernen Bankkunden. Die Polizei bekommt wegen dem Aus der lilafarbenen Banknote mehr Arbeit, nicht weniger.

Irgendwann dürften die 500-Euro-Scheine Sammlerwert haben. Denn sie werden auch nach ihrem Ausgabestopp im Jahr 2018 immer legales Zahlungsmittel bleiben, teilt die EZB mit. Mit der Abschaffung der Banknote verschafft sich die Notenbank Beinfreiheit für ihre waghalsiges Negativzins-Experiment. Denn dass es der Notenbank um Kriminalitätsbekämpfung geht, ist ein Ammenmärchen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann lässt wissen, er glaube nicht, dass es ohne den 500-Euro-Schein weniger illegale Geschäfte geben wird.

"Nicht nur in Italien haben Sie Schwierigkeiten, an mehr als 1.000 Euro in bar zu kommen. Auch in Deutschland werden Sie wie ein Aussätziger behandelt, wenn Sie größere Geldbeträge abheben wollen", erläutert der Wirtschaftsprofessor Max Otte von der Universität Graz im Gespräch mit "Boerse Online". "Die politische Absicht dahinter ist es, die Menschen zu verängstigen und dem Bargeld den Anstrich des Illegalen zu verpassen", so Otte.

Faustpfand Bankkunde

Aus der Sicht der EZB hat das Geld auf Bankkonten zu bleiben. Heben es die Bürger ab, wird es teuer, wie man im letzen Jahr in Griechenland sehen konnte. Jeder Bankkonto-Inhaber ist ein Faustpfand für die in Brüssel und Frankfurt im Hinterzimmer ausgeheckten Rettungspakete für Banken und Staaten. Kapitalverkehrskontrollen und Abhebelimits lassen sich mit wenigen Mausklicks während eines Krisengipfels am Freitagabend einführen. Dies zeigte die Zypern-Krise.

Der Fiskus freut sich, dass es den 500-Euro-Schein bald nicht mehr gibt. Trägt seine Abschaffung doch dazu bei, dass überschüssiges Geld in den einzigen sicheren Vermögenswert gesteckt wird, den es noch gibt: Die Immobilie. Und hier muss die Politik einfach nur die Grundsteuer anheben und kann damit auch diese Gruppe zur Finanzierung von Rettungspaketen heranziehen. Insofern war das ein kleiner Showkampf, den Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble und EZB-Chef Mario Draghi zuletzt in der Öffentlichkeit austrugen. Geht es um den gläsernen Bankkunden, sind sich die beiden sehr einig.

Gold ist nicht sicher, bedenkt man, dass selbst Banktresore vor kriminellen Banden ausgeräumt werden, wie man unlängst in Berlin sehen konnte. Eine Versicherung zahlt dann in der Regel nicht - die Bank sowieso nicht. Die Währungshüter blenden bewusst aus, dass durch die Abschaffung des 500-Euro-Scheines die Kriminalität sogar steigen könnte. In Westeuropa umherziehende Einbrecherbanden werden künftig immer öfter auf zu Hause gelagertes Gold oder andere Wertgegenstände stoßen. Es steigt also die Alltagskriminalität, um es Terroristen, Drogenhändlern und Mafia-Clans, mit den der normale Bürger ohnehin nichts zu tun hat, ein wenig schwerer zu machen.

Zum Thema:
Spektakulärer Bankeinbruch in Berlin: Tunnelraub-Opfer sind wütend auf die Volksbank, Spiegel Online, 14.01.14