Steht der Franken vor einem Comeback als Sicherer Hafen?
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Steht der Franken vor einem Comeback als Sicherer Hafen?

Es gibt nur wenige Devisenexperten, denen es lohnt, Gehör zu schenken. Was die Banken an Wechselkursprognosen ausgeben, ist einigermaßen unzuverlässig. Meldet sich aber Mr. Yen zu Wort, hören alle zu. Er rechnet mit einem Stärkerwerden des Japanischen Yen infolge einer weltweiten Wachstumsflaute. Das würde dann auch den Schweizer Franken stärker machen.

Der frühere japanische Finanzminister Eisuke Sakakibara (Mr. Yen) hat mal wieder ins Schwarze getroffen. Er sagte den jüngsten Rückfall des US-Dollar von 125 auf 110 Yen korrekt voraus. Damit ist das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht. Mr. Yen prognostiziert, dass der USD/JPY-Kurs im laufe des Jahre auf 105 sinkt.

"Die Aufwertung des Yen ist nicht das Ergebnis der Geldpolitik oder weil Japans wirtschaftliche Erholung stark ist, sondern weil die Weltwirtschaft durcheinander gerät", sagt Sakakibara. "Das Problem ist, dass es nicht einfach sein wird die chinesische Wirtschaft richtig einzuschätzen, und dass das globale Wachstum stagniert. In diesem Umfeld wird der Yen zwangsläufig stärker. Wir sind in der ersten Phase davon."


In den Erläuterungen Sakakibaras muss man im Grunde genommen nur Yen durch Schweizer Franken und US-Dollar durch Euro ersetzen, und man bekommt eine Wechselkursprognose für den EUR/CHF-Kurs. Der neben dem Japanischen Yen als sichere Hafen wahrgenommenen Schweizer Franken könnte sogar noch stärker aufwerten, weil er sehr viel mehr von den Risiken eines Austritts Großbritanniens aus der EU (Brexit) profitieren würde.

Ungeachtet dessen erwarten die Devisenexperten von Morgan Stanley einen Anstieg des Euros auf 1,15 Franken. Bei der Danske Bank sieht man den EUR/CHF-Wechselurs bei 1,12-1,15, während die Landesbank Hessen-Thüringen sagt: "Die Stabilisierung des Euro-Franken-Kurses um 1,10 dürfte gelingen, zumal der Einfluss der allgemeinen Risikoneigung zurzeit gering ist."

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