Franken-Kreditnehmer haben Stagflation auf Radarschirm
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Franken-Kreditnehmer haben Stagflation auf Radarschirm

Franken-Kreditnehmer mit einem Aktienfonds als Tilgungsträger haben in den letzten Wochen Boden gutgemacht. Der wichtigste Aktienindex in Österreich legte um 13% zu. Der ATX erhöhte sich zwischen dem 11. Februar und 24. März von 1.957 Punkten auf 2.221 Zähler. Deutschlands DAX stieg trotz der sich abzeichnenden Stagflation von 8.753 auf 9.851 Punkte (+12,54). Beim Wechselkurs und Kreditzins war die Entwicklung weniger vorteilhaft.


War 1 Euro Anfang Februar noch bis zu 1,12 Franken wert, sind es aktuell nur noch 1,09 Franken. Bei einem Kreditnehmer mit einem endfälligen Franken-Kredit, der sich Anfang der 00-Jahre im Gegenwert von 150.000 Euro verschuldete, wirkt sich das wie folgt aus: Seine Kreditschuld steigt auf dem Papier um gut 5.000 Euro von 194.196 Euro (EUR/CHF 1,12) auf 199.541 Euro (EUR/CHF 1,09).

Die Kreditzinsen steigen leicht: Der für die meisten Kreditnehmer relevante CHF 3-Monats-Libor liegt aktuell bei -0,73%. Das ist zwar mehr als Ende Februar/Anfang März, als der Zins bei -0,80% war. Unter dem Strich dürfte sich aber für die meisten Franken-Kreditnehmer kaum etwas ändern, weil der CHF 3-Monats-Libor am Ende des 4. Quartals 2015 bei -0,76% lag. Die Banken passen die Zinsen in der Regel zum Quartalsende an.

Ein unter Ökonomen heiß diskutiertes Thema ist derzeit die Stagflation. Darunter versteht man geringes Wirtschaftswachstum, eine hohe Arbeitslosigkeit und eine hohe Inflation. Die Beschreibung passt wie die Faust aufs Auge auf den Euroraum. Einzig an der hohen Inflation hapert es noch.

Die Kerninflation, also jene Inflation, die die Preise für Öl/Energie und Lebensmittel ausklammert, kletterte in den G7-Staaten Ende 2015 mit 1,5% auf den höchsten Stand seit drei Jahren, stellt das Research der Deutschen Bank fest. Und weil der Ölpreis seit seinem Tief zu Jahresbeginn bei 27 Dollar je Fass um 50% gestiegen ist, dürften die Verbraucherpreise weiter anziehen.

Eine höhere Inflation ist für Kreditnehmer prinzipiell eine gute Sache. Ihre Schulden werden geringer. Im speziellen Fall von variabel verzinslichen Franken-Krediten handelt es sich aber um ein zweischneidiges Schwert. Anders als bei einem Fixzinskredit steigen nämlich die Zinsen. Insofern ist der jüngste Anstieg des CHF 3 Monats-Libor ein Indiz dafür, dass die Inflation auf dem Vormarsch ist.

Gemäß dem Research der Bank of America kommt es an den Aktienmärkten während einer Stagflation zu einer negativen Performance. Gold kann hingegen zulegen.