Verlockende Falle: Franken-Kredit in Yen-Kredit switchen
+++ Eurokurs aktuell bei 1,0830 Franken +++
Eurozone kann verbleibende Zweifel nicht ausräumen...>
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Verlockende Falle: Franken-Kredit in Yen-Kredit switchen

Japans Notenbank feuert aus allen Rohren, um den Yen abzuschwächen. Vergeblich. Denn der Yen wird seit dem letzten Sommer gegenüber dem Euro stärker. Genau zu diesem Zeitpunkt fing die Bankenkrise in Europa an. Wer von einen Franken-Kredit in einen Yen-Kredit switchen will, droht Schiffbruch zu erleiden. Der Eurokurs könnte wider Erwarten auf die Tiefs bei 94 Yen zurückfallen, weil die negativen Zinsen in Japan - anders als in der Schweiz - die Währung nicht abschwächen.

Es scheint eine günstige Gelegenheit zu sein. Der Euro-Yen-Kurs (EUR/JPY) notiert aktuell bei 125. Vor zwei Jahren hatte 1 Euro noch einen Gegenwert von 150 Yen. In der Annahme der Wechselkurs werde erneut steigen, könnten österreichische Kreditnehmer von ihrem Franken-Kredit in einen Yen-Kredit switchen. Sollte es dann tatsächlich für den EUR/JPY-Kurs Richtung 150 gehen, wären die mit der Mindestkurs-Aufhebung eingefahrenen Verluste wettgemacht.

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In kleinen Volkswirtschaften, wie Dänemark und der Schweiz, könne man mit negativen Zinsen sehr viel stärker die jeweilige Landeswährung abschwächen als in großen Volkswirtschaften, erklärte Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda bei einer Parlamentsanhörung. Der Yen hat sich trotz der überraschenden Einführung von negativen Zinsen vor einem Monat nicht abgeschwächt. Seitdem brodelt es. Der japanische Verbraucher, der die Konjunktur bei einer Mehrwertsteuererhöhung durch Konsumverzicht schon einmal gerne über die Klinge springen lässt, ist sehr verärgert.

Japans Notenbank (Bank of Japan - BoJ) ist um Schadensbegrenzung bemüht. Ähnliche wie EZB-Chef Draghi will Kuroda mit einer Abschwächung des Yens die Inflation anheizen. Das funktioniert jedoch nicht, weshalb Kuroda - auch da unterscheiden sich BOJ und EZB inzwischen kaum noch - auf seinen prall gefüllten Ausreden-Instrumentenkasten zurückgreift. Chinas Wirtschaftsabkühlung, der Ölpreisabsturz und die Nöte im europäischen Bankensektor sind nach Ansicht der BoJ die Gründe, warum sich der Yen nicht abschwächt.


Zentral für einen wechselwilligen Noch-Franken-Kreditnehmer ist Europas Bankenkrise. Es gibt einen verblüffenden Zusammenhang zwischen dem Niedergang europäischer Bankaktien und dem EUR/JPY-Kurs. Sollte sich die Situation mit den faulen Kredite und der CoCo-Krise verschlimmern, kann es nicht ausgeschlossen werden, dass der Eurokurs unter 100 Yen oder fällt.

Fazit:
Wer von einem Franken-Kredit in einen Yen-Kredit switchen will, sollte schon mit einem gewissen Grundvertrauen in die Banken der Eurozone ausgestattet sein. Möglicherweise ist das Ganze übertrieben und die Europäische Zentralbank (EZB) hat alles im Griff. Wer allerdings auf dem Standpunkt steht, dass die EZB nicht alles im Griff hat und ihre Lektion, wie die US-Notenbank nach dem Subprime-Crash und die Bank von England nach der Hedgefonds-Attacke durch George Soros, erst noch lernen muss, für den wäre ein Switchen in einen Yen-Kredit nicht zu empfehlen.

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