Die Nerven liegen blank - noch keine EUR/CHF-Entwarnung
+++ Euro vor EZB-Sitzung bei 1,0830 Franken +++
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Die Nerven liegen blank - noch keine EUR/CHF-Entwarnung

Es knirscht gewaltig an den Weltbörsen. Die Crash-Prognosen mehren sich. Bisher sind die Auswirkungen auf den EUR/CHF-Wechselkurs zweitrangig. 1 Euro ist knapp 1,11 Schweizer Franken wert. Europas Wirtschaft wird gerade zwischen China und den USA zermalen. Der Euro muss jetzt zeigen, was er kann. Seine Stellung als zweitwichtigste Reservewährung steht auf dem Spiel.

"Globale Konjunktur auf der Kippe", sagen die Sentix-Konjunkturforscher. "Vor allem der Dynamikverlust in Deutschland und den USA wiegt schwer und unterstreicht, dass die globale Konjunktur inzwischen in einem sehr fragilen Zustand ist. Die Eurozone erweist sich, wen verwundert es, als keineswegs immun gegen den enormen Dynamikverlust in der globalen Wirtschaft", kommentiert der Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner.

Die Gefahr einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft wächst. Peking musste im Januar knapp 100 Milliarden US-Dollar aufwenden, um den Kurs des chinesischen Landeswährung Yuan zu stabilisieren. Die Devisenreserven sanken auf 3,2 Billionen Dollar. Bei 2,8 Billionen Dollar wird es nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) kritisch. Denn dies sei das empfohlene Minimum, dass China an Reserven vorhalten sollte.

Es passt wieder einmal ins Bild, dass die zwei Großmächte des Euroraums erst jetzt eine Reform der Eurozone fordern. Die Notenbankchefs von Deutschland und Frankreich plädieren in einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung" für ein gemeinsames Finanzministerium. Solche Veränderungen sind nur zu Zeiten einer Krise durchführbar, wie die auf dem letzten Krisenhöhepunkt ins Leben gerufene europäischen Bankenaufsicht zeigt.

Jens Weidmann und Francois Villeroy de Galhau zeigen darüber hinaus EZB-Chef Mario Draghi die Grenzen auf. Der Italiener setzt den Status des Euros als weltweit zweitwichtigste Reservewährung aufs Spiel, was inzwischen auch in Frankreich zunehmend auf Skepsis stößt. Der Schulterschluss zwischen der deutschen und der französischen Notenbank könnte den Euro zum Franken trotz Börsenbeben stabil halten.