Börsen-Fieberkurve guter Wegweiser für EUR/CHF-Kurs
+++ Euro schliesst bei 1,0730 Franken +++
Ade inoffizieller Euro-Mindestkurs bei 1,0750 Franken...>
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Börsen-Fieberkurve guter Wegweiser für EUR/CHF-Kurs

Der Euro-Franken-Kurs muss jetzt Farbe bekennen. Entweder er setzt die träge Aufwärtsbewegung fort, oder es geht bergab. Welche Richtung der Wechselkurs einschlägt, hängt von den Weltbörsen ab. Dort liegen die Nerven blank. Sollte Anleger erneut das Börsenfieber packen, wären Euro-Notierungen über 1,12 Franken wegen Kapitalabflüssen aus der Schweiz die logische Konsequenz. Wenn nicht, geht der Euro auf die Bretter.

"Nach den kräftigen Rückgängen ist jetzt wahrscheinlich das Schlimmste überstanden. Viele Aktien sind inzwischen sehr preiswert zu haben", sagt der Fondsmanager Hendrik Leber im Gespräch mit dem Magazin "Euro am Sonntag". "9.000 Punkte im Dax sind nach meiner Einschätzung die Untergrenze", meint Leber, der Chef der Vermögensverwaltung Acatis ist.

Bei einem erneuten Anstieg der Aktienkurse dürften Schweizer Vermögensverwalter auf den fahrenden Zug aufspringen. Ihr heimischer Markt ist schlicht zu klein und bietet zu wenig Auswahl für die riesigen Summen, die verwaltet werden. Anlegergelder flössen von der Schweiz in den Euroraum. Es käme zu einer Fortsetzung der etwas trägen Aufwärtsbewegung des Euro-Franken-Kurses.


"Ja, der Bullenmarkt hat letzten Frühling sein Ende gefunden. Jetzt folgt die Baisse." So antwortet der renommierte Schweizer Vermögensverwalter Felix Zulauf auf die Frage, ob der siebenjährige Börsenboom zu Ende sei. "Die Hausse dauerte sehr lange und war primär durch geldpolitische Übertreibungen gekennzeichnet. Beim Dax könnten wir uns in Richtung 7.000 bewegen", prognostiziert Zulauf gegenüber der Zeitung "Finanz und Wirtschaft".

Bei einem Abklingen des Börsenfiebers wäre der Schweizer Franken wieder topfit. Anleger hätten allen Grund ihre Euros in Franken einzuwechseln und in der sicheren Schweiz zu parken. Denn die Probleme sind nicht gelöst. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und die krisengeschüttelten Euro-Südstaaten reden seit Jahren aneinander vorbei. Das Ergebnis: Im Euroraum wimmelt es vor Problemen.

Fazit:
"Eine wirtschaftliche Expansion stirbt nicht an Altersschwäche", sagte Janet Yellen, Chefin der US-Notenbank (Fed), in dieser Woche bei einer Kongressanhörung. Was für die Realwirtschaft gilt, gilt aber nicht für die Weltbörsen. Deren Fieberkurve zeigt nach unten.