Das große Feilschen um die Inflation: Ein Pro und Contra
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Das große Feilschen um die Inflation: Ein Pro und Contra

Glaubwürdigkeit ist das A und O einer jeden Notenbank hat. Wer sie verspielt, muss tatenlos zusehen, wie sich der Wert seiner Papiergeldwährung in Luft auflöst. Das oberste Ziel einer jeden Zentralbank ist somit die Hütung der eigenen Glaubwürdigkeit. Wie man das am besten anstellt, darüber scheiden sich die Geister. Kann eine Zentralbank mit dem Gelddrucken über die Notenpresse ihre Glaubwürdigkeit erhöhen?

Der Ölpreisabsturz führt dazu, dass Europäische Zentralbank (EZB) und Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre Inflationsziele von 2% aus den Augen verlieren. Wie die beiden Notenbanken mit dieser Situation umgehen, ist nicht zuletzt von großer Tragweite für den Euro-Franken-Kurs. Während man es in der Schweiz ablehnt, die Inflation künstlich anzuheizen, ist man im Euroraum sehr viel aufgeschlossener.


"Es gibt immer wieder Phasen - und jetzt sind wir gerade in so einer Phase - wo Ausnahmen vorkommen", sagt SNB-Chef Thomas Jordan dem Schweizer Rundfunk (SRF). Das Inflationsziel müsse über einen längeren Zeitraum betrachtet werden. Momentan seien Faktoren wie der niedrige Ölpreis und der geringere Wert von importierter Waren für die zuletzt bei -1,3% liegende Inflationsrate verantwortlich, so Jordan.

Entscheidend ist: Obwohl die SNB ihr Inflationsziel deutlich verfehlt, ist sie nicht der Meinung, ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen. Sie argumentiert damit grundverschieden von der EZB, die sagt: Die Inflation muss mittels hoher Geldschöpfung über die Notenpresse angeheizt werden. Die jährliche Teuerung im Euroraum lag zuletzt bei 0,2% und war damit sehr viel höher als in der Schweiz.

Die EZB würde ihre Glaubwürdigkeit ohne Inflations-Anheiz-Maßnahmen (Kauf von Staatsanleihen) aufs Spiel setzen, sagt ihr Chefvolkswirt Peter Praet. Diese Argumentation können viele Bürger nicht nachvollziehen. Denn eine Notenbank, die Geld über die Druckerpresse herstelle, um Staatsanleihen zu kaufen, mache sich am Ende des Tages eher unglaubwürdig, so der Tenor. Die Weimarer Republik lasse grüßen.

Fazit:
Eigentlich hätte die Schweizerische Nationalbank wegen einer negativen Inflation sehr viel mehr Anlass zum Gelddrucken als die Europäische Zentralbank. Dass die Schweizer Währungshüter von Inflations-Anheiz-Maßnahmen absehen, während die Währungshüter im Euroraum kräftig Gas geben, bereitet vielen Euro-Bürgern ein ungutes Gefühl.