Euro mit Höhenflug bis Draghi ihm auf die Finger klopft
+++ Eurokurs aktuell bei 1,0830 Franken +++
Eurozone kann verbleibende Zweifel nicht ausräumen...>
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Euro mit Höhenflug bis Draghi ihm auf die Finger klopft

Es fehlt nicht mehr viel, dann ist es geschafft! Der Euro unternimmt den nächsten Anlauf auf 1,10 Franken zu steigen. Aktuell ist 1 Euro 1,0925 Franken. Die Impulse kommen aus Europas größter Volkswirtschaft. Auch steckt ein geheimnisvoller China-Effekt hinter dem starken Euro. Muss Mario Draghis EZB jetzt noch mehr Staatsanleihen kaufen?

Deutschlands Exporteure warten mit einem unerwartet starken Umsatzplus auf. Im Juli 2015 verkauften sie Waren im Wert von 107,1 Milliarden Euro, teilt das Statistische Bundesamt mit. Das waren satte 6,2 Prozent mehr als im Juli 2014. Nach Abzug der Importe erwirtschaftete Deutschland zu Beginn der zweiten Jahreshälfte einen Rekordüberschuss von 25 Milliarden Euro.

Am Devisenmarkt peilt der Euro sein am 12. August 2015 erreichtes 7-Monatshoch bei 1,0960 Franken an. Knackt der Wechselkurs diese Marke, wäre Platz für einen Anstieg über 1,10, sagt die Charttechnik. Sollte der Eurokurs unerwartet umkehren, fände er spätestens bei 1,07 eine solide Unterstützung, die ihn vor weiteren Kursverlusten bewahren dürfte.

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Durch den hohen Zustrom an Flüchtlingen erhöhe sich auch die Zahl der Verbraucher im Land, erläutert der Ökonom Jens Boysen-Hogrefe vom Kieler Institut der Weltwirtschaft (IfW) der Nachrichtenagentur Reuters. "Ein bisschen von dem Geld fließt auch wieder in die Staatskasse zurück. Das dürfte die wirtschaftliche Aktivität ein wenig stärken", so Boysen-Hogrefe.

Angela Merkels eiligst aus dem Hut gezaubertes sechs Milliarden Euro schweres Hilfspaket für die Flüchtlinge hat auch den Charakter ein Konjunkturpaket für die deutsche Wirtschaft zu sein. Und es schlummert noch mehr Wachstumspotential in Deutschland. Sollten sich EU und Russland auf ein Ende der Wirtschaftssanktionen einigen, kämen substanzielle Konjunkturimpulse hinzu.

Der China-Effekt

Die Aufwertung der Gemeinschaftswährung steht auch in Zusammenhang mit der China-Krise. Sie lässt den Euro als Blue-Chip-Währung erstrahlen.

Darüber hinaus weisen Analysten auf einen interessanten Effekt hin: China verkauft wegen der Krise derzeit massiv Währungsreserven. Im letzten Monat schmolz der Devisenberg um 94 Milliarden Dollar auf 3,56 Billionen Dollar. Chinas Verkäufe untergraben die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Euro wird unter dem Strich nicht so stark verwässert, wie es sich Mario Draghis EZB wünscht.

Es ist somit nicht verwunderlich, dass Draghi die Finanzmärkte in der letzten Woche auf neue Lockerungen vorbereitet hat. Denn die Märkte haben sich an die Käufe von Staatsanleihen inzwischen gewöhnt. Die von der quantitativen Lockerung der EZB ausgehenden Konjunkturimpulse werden immer geringer.