Nimmt der Euro die Treppe zum Himmel?
+++ Euro steigt am Freitagabend auf 1,0790 Franken +++
Die Schweizer machen ihren Franken stark...>
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Nimmt der Euro die Treppe zum Himmel?

Die Rolle des Frankens als vermeintlich sicherer Hafen steht auf dem Spiel. Von einer Entzauberung ist die Rede. "Die Abwärtsbewegung des Schweizer Franken wird sich noch mehrere Quartale fortsetzen", sagt die Unicredit. Skeptiker warnen. Denn ein richtiges Börsen-Beben habe es noch nicht gegeben. Der Euro notiert aktuell bei knapp 1,10 Franken - nach 1,03 Franken im Juni 2015.

Folgende Prognose ist Musik in den Ohren von Franken-Kreditnehmern: Der Euro wird bis Ende 2016 auf 1,22 Franken steigen. "Der Mechanismus, dass der Franken immer dann massiv aufwertet, wenn es an den Börsen runtergeht, ist ganz klar gebrochen", erläutert der Chef-Devisenstratege Vasileios Gkionakis von der Unicredit seine Vorhersage. Trotz des jüngsten Anstiegs des Euros sei immer noch jede Menge Platz nach oben. Von einer "erheblichen Überbewertungs-Kluft" des Frankens spricht Gkionakis.

Weiterlesen: Franken-Kreditnehmer entdecken Silberstreif am Horizont

Auf den ersten Blick ist die Entzauberung des Schweizer Frankens als sicherer Hafen im vollen Gang. Der Euro hat in den letzten zweieinhalb Monaten um 7,2% aufgewertet. Der Dollar nahm dem Franken 5,5% ab. Hierbei handelt es sich für die Verhältnisse von Wechselkursen um erhebliche Veränderungen.

Wer etwas genauer hinsieht, dem kommen Zweifel. Die Aufwertungen von Euro und Dollar fanden in den umsatzschwachen Sommermonaten statt. Schwarzmaler verweisen auf eine Übertreibung im Sommer 2008. Damals war der Ölpreis auf beinahe 150 Dollar gestiegen, um in den darauf folgenden Monaten auf 36 Dollar einzubrechen. Dass dem Euro-Franken-Kurs ein ähnliches Schicksal ereilen könnte, meint die Commerzbank. Sie sieht den Euro im nächsten Jahr auf 0,99 Franken abstürzen.

"Ich bin immer noch der Meinung, wenn ein größeres Ereignis die Märkte trifft, wie die Griechenland-Unsicherheit oder die Wachstumssorgen in China, würden wir eine Flucht zurück in den CHF sehen", zitiert CNBC Peter Rosenstreich, Chef-Analyst bei der Swissquote Bank. Solange die Anleger aber keine Angst hätten, würden sie den Schweizer Franken verkaufen.