So schlagen Franken-Kreditnehmer 2 Fliegen mit einer Klappe
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So schlagen Franken-Kreditnehmer 2 Fliegen mit einer Klappe

150.000 österreichische Haushalte haben noch einen Kredit in Schweizer Franken laufen. Am meisten wäre ihnen geholfen, gelänge dem Euro ein Anstieg auf 1,10 Franken. Ferner hofft man bei den Kreditzinsen entlastet zu werden. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass beide Wünsche in Erfüllung gehen, wie eine Analyse einer Großbank zeigt.

Der für die meisten österreichischen Franken-Kredite maßgebliche 3-Monats-Libor liegt aktuell bei -0,75 Prozent. Nun kommt es darauf an, welchen Zinsaufschlag der Kreditnehmer bei Vertragsabschluss mit seiner Bank vereinbart hat.

Beispiel:
Ein Bankkunde hat sich im Jahr 2002 im Gegenwert von 100.000 Euro in Schweizer Franken verschuldet. Damals lag der Euro bei 1,45 CHF, so dass sich eine Kreditsumme von 145.000 Franken ergibt. Ferner wurde ein Zinsaufschlag von 1,00 Prozent vereinbart. Rechnet man den 3-Monats-Libor gegen, bleibt ein zu zahlender Zins von einem Viertelprozent der Kreditsumme (345 Euro pro Jahr).

0,25% von 145.000 Franken = 362,50 Franken
362,50 Franken geteilt durch den aktuellen EUR/CHF Kurs von 1,05 = 345 Euro.


Weiterlesen: Das A und O der Fremdwährungskredit-Zinsaufschläge

Am liebsten wäre es dem Franken-Kreditnehmer zweifelsfrei, wenn er überhaupt keine Zinsen bezahlen müsste. Sollte der 3-Monats-Libor auf -1,00 Prozent sinken, ginge dieser Wunsch in Erfüllung. In Februar 2015 erreichte der 3-Monats-Libor bereits ein Tief bei -0,93 Prozent.


"Wir sind weiterhin der Ansicht, dass ein Franken-Niveau um die 1,05 CHF eine zu große Belastung für die Schweizer Wirtschaft darstellt und die SNB deshalb den Franken durch eine weitere Einlagensatzsenkung in den nächsten Monaten (wohl im September) schwächen wird", sagen die Analysten der Bayerischen Landesbank.

Käme es zu der Leitzinssenkung der Schweizerische Nationalbank (SNB) würden Franken-Kreditnehmer zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Der Eurokurs könnte dann wie von der Bayerischen Landesbank prognostiziert auf 1,10 Franken steigen, so dass sich die Kreditschuld verringert. Darüber hinaus würde der 3-Monats-Libor auf -1,00 Prozent oder tiefer sinken und den Zinsaufschlag egalisieren.