Holt Faymann gleich zwei Kühe vom Eis?
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Holt Faymann gleich zwei Kühe vom Eis?

Der Euro sinkt mit 1,0401 Franken auf den tiefsten Stand seit zwei Wochen. Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann macht sich auf den Weg nach Athen. Er versucht zu retten, was noch zu retten ist. Das Griechenland-Drama wiegt immer schwerer auf dem Euro-Franken-Kurs. Ein Erfolg Faymanns würde dem Euroraum und österreichischen Franken-Kreditnehmern enorm helfen.

Nicht nur in Athen liegen die Nerven blank. In Deutschland, das Griechenland mit Abstand am meisten Geld geliehen hat, hat Vizekanzler Sigmar Gabriel die griechische Regierung in ungewohnter Schärfe attackiert. "Würden wir jetzt sagen Schluss, dann wären für Deutschland auf einen Schlag etwa 70 Milliarden Euro verloren", sagt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, der "Saarbrücker Zeitung".

Juncker ist raus

Faymanns Zusammenkunft mit dem griechischen Regierungschef Tsipras wird von EU-Kommissionschef Juncker unterstützt. Der Luxemburger habe sich in der Griechenland-Rettung verbraucht, sagen Kritiker. Nun wirft Juncker der griechischen Regierung vor, seine Aussagen verdreht zu haben. Es sei ein Kardinalfehler in der jetzigen Lage das Spiel mit dem Sündenbock (Blame Game) zu beginnen.

Juncker habe wegen seines ständigen Eingreifens die griechische Regierung darin bestärkt, stur zu bleiben. Er suchte die Freundschaft zu Tsipras, verkannte aber, dass der Grieche dazu nicht bereit war. Juncker hatte die griechischen Öffentlichkeit vor der Wahl Tsipras gewarnt. Vor einigen Jahren, als Tsipras vor seinem Aufstieg stand, verweigerte ihm Juncker ein Gespräch. Das hat der Grieche offenbar nicht vergessen.

Franken-Kredite

Wenn Faymann scheitert, dann dürfte der Euro-Franken-Kurs weiter sinken, was im Gegenzug zu einem Anstieg der Wechselkursverluste bei österreichischen Franken-Kreditnehmern führen würde. Die Gewinn-Verlust-Rechnung eines typischen Franken-Kreditnehmers, der im Jahr 2002 einen Kredit im Gegenwert von 150.000 Euro bei einem Eurokurs von 1,45 Franken aufnahm, hat sich zuletzt verschlechtert.

Nach Aufrechnung der über die Jahre angewachsenen Zinsersparnis von 31.000 Euro mit den Wechselkursverlusten stand ein solcher Darlehensnehmer im Februar 2015, als der Euro-Franken-Kurs auf 1,08 kletterte, mit etwa 20.000 Euro in der Kreide. Auf dem aktuellen Kursniveau von 1,04 liegt das Minus bei 28.000 Euro.