Akute Geldnot - Banken-Run: EUR/CHF stürzt ab
+++ Euro schliesst bei 1,0730 Franken +++
Ade inoffizieller Euro-Mindestkurs bei 1,0750 Franken...>
Home » » Akute Geldnot - Banken-Run: EUR/CHF stürzt ab

Akute Geldnot - Banken-Run: EUR/CHF stürzt ab

Ein griechischer Geschäftsmann will 5.000 Euro abheben, bekommt aber nur 1.000 Euro. Die akute Geldnot ruft eine Sondersitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf den Plan. Der Eurokurs sinkt von 1,0535 auf 1,0330 Franken. Gingen Bilder wütender Bankkunden vor Geldautomaten um die Welt, dürfte der Euro im Nu auf die Schmerzgrenze der Schweizer Notenbank bei 1,03 Franken abtauchen.

Auf die Frage, ob die griechischen Banken am Montag wieder öffnen könnten, habe EZB-Direktor Benoit Coeure beim Treffen der Euro-Finanzminister gesagt, er sei sich nicht sicher, berichten zwei Personen, die an den Diskussion teilgenommen haben. Ein griechischer Banker habe derweil die ersten Bargeldengpässe bestätigt, meldet ein Journalist von vor Ort.

Zuvor war ein Treffen der Euro-Finanzminister ohne Einigung zu Ende gegangen. Griechenlands Finanzminister Varoufakis soll auf dem Treffen allen Ernstes eine Schuldenbremse angeboten haben. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sagte daraufhin: "Meiner Meinung nach ist es das Dringendste, wieder zu einem Dialog mit Erwachsenen im Raum zu kommen."

Die Europäische Zentralbank werde wegen der Bargeldnot eine Telefonkonferenz abhalten, heißt es aus Frankfurt. Die griechische Notenbank habe wegen massiver Geldabflüsse bei griechischen Banken einen Antrag zur Aufstockung der Notfinanzierung (ELA) gestellt.

Der Druck auf die griechische Regierung wird immer größer. Neben der akuten Bargeldnot und der Furcht vor einen Banken-Run, gab es in Athen am Donnerstag zum ersten Mal Demonstrationen für eine Einigung mit den Geldgebern und den damit verbundenen Sparauflagen.

Indes trudelt der Euro-Franken-Kurs Richtung 1,03, wo die Schmerzgrenze der Schweizerischen Nationalbank (SNB) liegen soll. An dieser Stelle müssen die Währungshüter eingreifen, um eine zu große Schadwirkung auf die eidgenössischen Industrieexporteure und ihre eigene Notenbankbilanz zu verhindern.

Weiterlesen:
Schweizer Notenbank muss früher oder später zuschlagen