Draghi sieht die Wende, EUR/CHF auch
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Draghi sieht die Wende, EUR/CHF auch


Der Eurokurs klettert auf 1,0425 Franken, nachdem sich die Europäische Zentralbank (EZB) positiv über die Lage der Haushalte und Unternehmen äußert. Sollte die Gemeinschaftswährung eine Hürde bei 1,05 Franken überspringen, wäre Platz für einen Anstieg auf 1,08. Die konjunkturelle Erholung gestaltet sich laut EZB-Präsident Mario Draghi etwas zäh.

"Nach beinahe sieben Jahren einer lähmenden Krise nehmen Firmen und private Haushalte nur sehr zögerlich Risiken in Kauf." Daher werde es noch einige Zeit dauern, bis die Maßnahmen der EZB zum gewünschten Erfolg führen werden, sagte Draghi bei einer Rede in Washington.

Das von dem Italiener gezeichnete etwas verhaltene Konjunkturbild wird von den jüngsten Wachstumszahlen bestätigt. So stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum im ersten Quartal 2015 zwar um 0,4 Prozent an. Volkswirte hatten sich jedoch insgeheim ein wenig mehr versprochen. Die Bedingungen waren aufgrund des tiefen Ölpreises und der niedrigen Zinsen auf Staatsanleihen, die den Handlungsspielraum für staatliche Investitionen vergrößern, so gut wie noch nie.

Für den Eurokurs ist der von Draghi ausgemachte Silberstreif am Horizont bisher nicht ausreichend, um einen Anstieg in Richtung des Februarhochs bei 1,0812 Franken anzustoßen. Dabei dürfte auch das den Wert des Euro verwässernde Kaufprogramm von Staatsanleihen der EZB eine Rolle spielen. Er wolle an dem Programm festhalten, weil es zu einem Vertrauensanstieg und einem Anstieg der Preise für Vermögenswerte führe, begründet Draghi.

Einer vorzeitigen Beendigung der monatlichen Käufe von 60 Milliarden Euro erteilt Draghi eine Absage. Dass die EZB Blasenbildungen und Ungleichgewichte an den Finanzmärkten herbeiführe, könne er aktuell nicht beobachten. Gleichzeitig warnte er davor, dass die ultralockere Geldpolitik in den Köpfen von Investoren nicht als Dauerzustand verwurzelt werden dürfe.