Lässt die SNB den EUR/CHF-Kurs auf die Parität plumpsen?
+++ Euro steigt am Freitagabend auf 1,0790 Franken +++
Die Schweizer machen ihren Franken stark...>
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Lässt die SNB den EUR/CHF-Kurs auf die Parität plumpsen?

Der Euro-Franken-Kurs macht sich auf den Weg die Schmerzgrenze der Schweizerische Nationalbank (SNB) auszutesten, nachdem diese das Geheimnis der Mindestkurs-Aufhebung lüftet. Die Devisennotierung entfernt sich von ihrem Ende Februar bei EUR/CHF 1,0812 erreichten Hoch und steht kurz davor unter 1,05 zu fallen.

Auf den ersten Blick ist die vierteljährliche Sitzung der SNB eine langweilige Veranstaltung. Das von Notenbankchef Thomas Jordan geführte dreiköpfige Direktorium lässt sich nicht zu einer weiteren Zinssenkung hinreißen. Ferner erneuert man die Bereitschaft beim EUR/CHF-Wechselkurs stützend einzugreifen.

Wer etwas genauer hinsieht, bekommt aber wichtige Einsichten darüber, wie es im Inneren der Schweizerischen Nationalbank tickt. Angesprochen darauf, weshalb man den Mindestkurs kippte, verweist Jordan auf den Euro-Dollar-Kurs. Der Euro habe seit der letzten Lagebeurteilung vom Dezember 2014 zum Dollar um 15 Prozent und seit Mai 2014 sogar um 25 Prozent abgewertet.

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"Unter diesen Gegebenheiten wird offensichtlich, dass ein Mindestkurs von 1,20 Franken gegenüber dem Euro nicht mehr nachhaltig war", so Jordan. Die weitere Abschwächung des Euros gegenüber dem Dollar nach der Mindestkurs-Aufgabe zeige, wie enorm der zusätzliche Druck beim Festhalten der 1,20er-Untergrenze geworden wäre.

Momentan baut sich dieser Druck wieder auf. 1 Euro ist inzwischen nur noch 1,0527 Franken wert. Jordan sagte Anfang Februar 2015 im Schweizer Radio (SRF), dass der Franken immer noch stark überbewertet wäre. Seinerzeit war 1 Euro 1,04 Franken wert.

Tatsächlich könnte die Schmerzgrenze der SNB inzwischen unter 1,04 (bei 1,02 oder 1,00) liegen, weil die Schweizer Wirtschaft trotz der Franken-Freigabe gemäß den Prognosen der SNB um ein Prozent wachsen wird. Als Jordan das SRF-Interview gab, gingen viele Ökonomen noch von einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung aus.