EZB öffnet Büchse der Pandora
+++ Euro purzelt auf 1,0725 Franken +++
Der Franken bleibt deutlich überbewertet ;-)
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EZB öffnet Büchse der Pandora

Der massive Wertverlust des Euros zum US-Dollar erfasst den Euro-Franken-Kurs. Dieser sinkt von 1,0730 auf 1,0640. EZB-Chef Mario Draghi öffnet die Büchse der Pandora. Die enorme Geschwindigkeit der Euro-Abwertung geht vielen zu schnell, weil sie die Planungssicherheit der Unternehmen untergräbt.

War 1 Euro vor zwei Wochen noch 1,1395 Dollar wert, sind es aktuell nur noch 1,0560 Dollar. Mehr als sieben Prozent wertete die Gemeinschaftswährung ab. Für eine Hauptwährung sei das in einer so kurzen Zeit enorm, sagen Devisenanalysten.

Wie sehr Mario Draghi dabei ist aus dem Euroraum eine italienische Weichwährungsunion zu machen, zeigt sich bei den aufgetürmten Verlusten der Gemeinschaftswährung. Im Mai 2014 notierte der Euro-Dollar-Kurs noch bei 1,3994. Zu Jahresbeginn 2015 bei 1,2106.

Draghi betont stets, dass seine Europäische Zentralbank (EZB) die Notenbank aller 19 Euroländer sei. Allerdings zieht sich die ständige Bevorteilung Italiens wie ein roter Faden durch die Geldpolitik des Italieners, der die EZB seit November 2011 lenkt:
  • Was mit dem Euro geschieht (Abwertung um 25 Prozent), haben die Italiener in den 80er und 90er Jahren stets mit ihrer Lira gemacht: Wechelkursmanipulation zur Aufhübschung der Wettbewerbsfähigkeit.
  • Der größte Nutznießer von einem Anheizen der Inflation ist Italien, weil es den drittgrößten Schuldenberg der Welt vor sich herschiebt.
  • EZB-Langfristkredite für Banken: Italiens Banken hatten gemäß einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young 2013 nach Spanien die meisten faulen Kredite in ihren Büchern. Bei 11,5 Prozent der ausgereichten Darlehen war die Rückzahlung sehr ungewiss.

Indes steht Draghi kurz davor seiner Regierung den nächsten Wunsch zu erfüllen: "Mein Traum ist Parität zwischen Euro und Dollar, eine Situation, die Italiens großem Exportsektor helfen würde", sagte Ministerpräsident Matteo Renzi im Januar 2015 dem Wall Street Journal.