Wie Deutschland und Italien den Euro über 1,10 CHF heben
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Wie Deutschland und Italien den Euro über 1,10 CHF heben

Der Eurokurs sucht bei 1,05 Franken die Richtung. Seit mehr als einer Woche pendelt die Gemeinschaftswährung in einer Seitwärtsentwicklung zwischen 1,0410 Franken und 1,0640 Franken. Immer besser werdende Konjunkturdaten aus Deutschland und Italien sprechen für einen Anstieg des Wechselkurses auf EUR/CHF 1,10.

Die deutsche Exportwirtschaft kann vor Kraft kaum laufen. 2014 war ein Rekordjahr. Die Unternehmen führten Waren im Wert von 1,14 Billionen Euro aus. Die bisherigen Rekordwerte aus dem Jahr 2012 wurden übertroffen. Kurioserweise waren die deutschen Ausfuhren exakt so hoch wie die Staatsanleihenkäufe der EZB.

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Grob vereinfacht betrachtet heben sich deutschen Exporte und die EZB-Geldspritze in ihrer Wirkung auf den Außenwert des Euros gegenseitig auf. Je mehr die EZB lockert, umso stärker wächst die deutsche Wirtschaft. Dies spiegelt sich auch in der Beurteilung des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) wider, der seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 0,8 Prozent auf 1,3 Prozent hochschraubt.


Entscheidend für die künftige Entwicklung des EUR/CHF-Wechselkurses dürfte die Konjunktur in den anderen großen Euroländern sein. Während Frankreich weiter schwächelt, hellt sie die Lage in Italien auf. Die italienische Industrieproduktion ist im Dezember 2014 überraschend gestiegen. Sie legte um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, wie das Statistikamt Istat gestern mitteilte.

Die Banca d'Italia rechnet inzwischen für 2016 mit einem Wachstum der italienischen Wirtschaft von mehr als 1,5 Prozent. Es wäre eine der stärksten Wachstumsraten der vergangenen 15 Jahren. Sollte Notenbankchef Ignazio Visco mit seiner Einschätzung richtig liegen, dürfte der Euro zu alter Stärke gegenüber dem Schweizer Franken allmählich zurückfinden.

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