Klettert der Eurokurs aus freien Stücken auf 1,0380 CHF?
+++ Euro schließt bei 1,0774 Franken +++
Die Schweizer machen ihren Franken stark...>
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Klettert der Eurokurs aus freien Stücken auf 1,0380 CHF?

Der Euro setzt gegenüber dem Schweizer Franken die Rekordjagd fort, und so steigt der Wechselkurs auf EUR/CHF 1,0380. Am Vortag gelang der Gemeinschaftswährung mit einer Aufwertung von vier Prozent bereits das größte Tagesplus seit dreieinhalb Jahren. Ist der aktuelle Anstieg des EUR/CHF-Wechselkurses der wirkliche Wille der Devisenmärkte oder doktert die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Hintergrund?

"Der Markt ist auf der höchsten Interventionswarnstufe", sagt Neil Jones von der Mizuho Bank in London. "Freilich sagt die SNB, sie könne jederzeit intervenieren. Es gibt aber keine Bestätigung dafür, nur Spekulationen."


Unterdessen bekräftigt der im Sommer aus dem Amt scheidende SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine, dass er die Öffentlichkeit bewusst täuschte. Danthine hatte drei Tage vor der Aufhebung im Schweizer Fernsehen den Mindestkurs noch als zentrales Instrument der Schweizerischen Nationalbank bezeichnet.

"Hätte ich das auf den Montag geplante Interview damals abgesagt oder in diesem Interview Zweifel am Mindestkurs geäußert, so hätte die Glaubwürdigkeit des Mindestkurses stark gelitten und die Zuflüsse hätten sich enorm intensiviert", sagt Danthine in einem neuen Interview, das in den Zeitungen Tages-Anzeiger, Der Bund, 24 Heures und Tribune de Genève erschien.

Gleichzeitig bekräftigt Danthine die Absicht der SNB weiterhin Euro-Stützungskäufe zu tätigen. "Wir sind grundsätzlich bereit, auf dem Devisenmarkt zu intervenieren." Demzufolge könnte es sich bei dem jüngsten Anstieg des Euros von 0,9785 auf 1,0380 Franken (+6,08 Prozent) um ein von der Schweizer Notenbank initiiertes Strohfeuer handeln.

Die SNB dürfte das Ziel verfolgen den Wechselkurs über der Parität zu stabilisieren, um die Schweizer Exportunternehmen vor einem zu großen Schock zu bewahren. Als der Euro im Sommer 2011 auf 1,0070 Franken einbrach, kam es zu einem drastischen Rückgang der Schweizer Industrieproduktion. Etwas ähnliches könnte man diesmal versuchen zu verhindern.

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