Franken-Lawine kommt 2015 ins Rollen
+++ Euro steigt am Freitagabend auf 1,0790 Franken +++
Die Schweizer machen ihren Franken stark...>
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Franken-Lawine kommt 2015 ins Rollen

Wenn es nach den Experten von Economiesuisse geht, war der jüngste Anstieg des Euros auf 1,21 Franken erst der Anfang. Bei 1 Euro = 1,29 Franken sieht der Schweizer Wirtschaftsverband den fairen Wechselkurs, also jenen, der realwirtschaftlich gerechtfertigt wäre. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verspricht, dass die Wirkung der Negativzinsen mit der Zeit immer stärker wird.

Die erste Reaktion des Euro-Franken-Kurses auf die Einführung von negativen Zinsen kam einer Enttäuschung gleich. Zwar schoss der Eurokurs von 1,2006 auf 1,2095 Franken nach oben. Anschließend ging es allerdings wieder sukzessive bergab. Zur Stunde notiert das Devisenpaar bei EUR/CHF 1,2036.

"Ich glaube nicht dass die Nationalbank das Pulver zu früh verschossen hat", sagte SNB-Chef Thomas Jordan bezugnehmend auf den Negativzins. "Ich glaube auch, dass viele Marktteilnehmer noch nicht genau diese Maßnahmen begriffen haben. Wie stark sie wirken werden, wie einschneidend sie wirken werden, wie belastend sie auch wirken für große Konteninhaber", fügte Jordan an.

EUR/CHF steigt, aber erst 2015

Demnach dürfte es noch gut einen Monat dauern, bis es zu den massiven Kapitalabflüssen aus der Schweiz kommt, die letztendlich auch den Schweizer Franken gegenüber dem Euro entscheidend abschwächen würden. Der Negativzins gilt erst ab dem 22. Januar 2015. Bis dahin dürften viele Investoren ihr Geld in der Schweiz lassen.

"Die SNB ist der EZB ausgeliefert und bereitet sich mit allen Mitteln auf den Euro-Sturm vor", zitiert der Finanzdienst Bloomberg sagt Janwillem Acket, Chefökonom bei Julius Bär. "Dass die SNB den 22. Januar gewählt hat, zeigt mir, dass sie gerne gewartet hätte, aber wegen Russland unter Druck war."

Die Einschätzung von Economiesuisse, wonach der Euro auf 1,29 Franken steigen müsste, um fair bewertet zu sein, teilen die Devisenexperten der Banken nicht. Sie sind der Meinung, dass bei knapp 1,23 Schluss ist, wie ein aktuelle Auflistung von 25 Bankenprognosen zeigt.