Draghis Symptombekämpfung macht alles noch schlimmer
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Draghis Symptombekämpfung macht alles noch schlimmer

Wenn EZB-Chef Mario Draghi einen roten Faden hätte, müsste er nicht so auf den Putz hauen, sagen seine Kritiker. Die ständigen verbalen Attacken sind demzufolge ein Indiz dafür, dass der Italiener Maß und Mitte verloren hat.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird bei ihrer allmonatlichen Sitzung nächsten Donnerstag die Details zu dem angekündigten Kaufprogramm von ABS-Papieren und Pfandbriefen bekanntgeben. Derweil kündigte EZB-Chef Mario Draghi bereits darüber hinaus gehende Lockerungen an.

Man sei bereit zusätzlich unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen, sagte Draghi bei einer Pressekonferenz in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Damit bringt der EZB-Chef ein Kaufprogramm von Staatsanleihen ins Gespräch.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Draghi etwas großspurig ankündigt, was er nicht halten kann. Für das Langfristkreditprogramm (TLTRO) hatte Draghi eine sehr hohe Nachfrage in Aussicht gestellt. Tatsächlich riefen die Banken beim 1. TLTRO letzte Woche lediglich 82,6 Milliarden Euro ab. Analysten hatten mit mehr als 150 Milliarden Euro gerechnet.

Symptombekämpfung

"Draghi ähnelt mehr und mehr Kaiser Nero, der herumtrickst, während Rom brennt”, zitiert das Wall Street Journal Luke Bartholomew vom Vermögensverwalter Aberdeen.


Als Mogelei auf höchster Zentralbankebene entpuppte sich die im September vorgenommenen Leitzinssenkung von 0,15 Prozent auf 0,05 Prozent. Im Juni hatte Draghi noch gesagt, dass man bei 0,15 Prozent die Untergrenze erreicht habe. Das stellte sich als netter Trick heraus. Man wog die Märkte in Sicherheit, um sie mit einer plötzlichen Zinssenkung zu überraschen.

Fazit:
Draghi gab viele Jahr vor ein stabilitätsorientierter Zentralbanker zu sein, der auf die Selbstheilungskräfte der Märkte vertraut. Dies war erforderlich, um die Unterstützung aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden für seine EZB-Präsidentschaft zu bekommen.

Tatsächlich ist der ehemalige Chef der Banca d'Italia ein typischer südeuropäischer Zentralbanker. Wenn die Märkte zu seinen Gunsten übertreiben, wie derzeit mit rekordniedrigen Zinsen für italienische- und spanische Staatsanleihen, dann ist das in Ordnung so. Bei hohen Zinsen spricht Draghi von Störungen und greift umgehend ein.