Wann zieht die Nationalbank die Schraube an?
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Wann zieht die Nationalbank die Schraube an?

Am 6. September 2013 feierte die Wechselkursuntergrenze des Euros gegenüber dem Schweizer Franken ihren zweijährigen Geburtstag. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verhindert seitdem ein Abtauchen des Euros unter 1,20 Franken. Inzwischen müssen sich die eidgenössischen Währungshüter um eine Immobilienblase kümmern, die sie selbst aufgeblasen haben.

"Eines Tages kommt das böse Erwachen, wenn die günstigen Festhypotheken auslaufen und der Zins 2 oder 2,5 Prozentpunkte höher ist", zitiert der Schweizer Rundfunk Ansgar Gmür, Direktor vom Hauseigentümerverband. Verschiedene Eigenheimbesitzer werden sich um zwei Prozent höhere Hypothekenzinsen nicht leisten können, prognostiziert Gmür.

Um die schwelende Immobilienblase zu bekämpfen, wäre eine Leitzinserhöhung das beste Rezept. Genau an dieser Stelle hat die Schweizerische Nationalbank ein Riesenproblem. Sie kann den bei Nullprozent liegenden Leitzinssatz nicht erhöhen, solange es den Mindestkurs gibt.

"Sollte die SNB eines Tages beschließen, die kurzfristigen Zinsen anzuheben, so könnte sie das nur tun, wenn der Wechselkurs vom Mindestkurs losgelöst ist", sagte SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine in einem Gespräch mit der Sonntagszeitung. "Im Moment hat der Mindestkurs, den wir mit aller Konsequenz durchsetzen, absolute Priorität für unsere Geldpolitik."

Weil die Nationalbank zur Verteidigung des Mindestkurses in den vergangenen zwei Jahren ihre Devisenreserven um mehr als 250 Milliarden Franken nach oben schrauben musste, ist es zu einer Franken-Schwemme gekommen. Das Überangebot von Zentralbankgeld kanalisieren die Geschäftsbanken über Hypothekarkredite in den Immobilienmarkt.

Die SNB dürfe sich nicht über eine Immobilienblase beschweren, weil sie dafür verantwortlich sei, dass es überhaupt soweit gekommen ist, sagen Kritiker. Man hätte beim Wechselkurs nicht eingreifen sollen. Der Euro hätte sich zum Schweizer Franken schon irgendwann beruhigt und seine Talfahrt beendet.