Österreichs Fremdwährungskredite brennen lichterloh
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Österreichs Fremdwährungskredite brennen lichterloh

Österreichs aufgeblähter Markt für Fremdwährungskredite ist nach wie vor für alle Beteiligten ein Problem. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) spricht mittlerweile ganz unverhohlen von einer Blase. Zwar sind die Schwierigkeiten mit faulen Krediten für Häuselbauer nicht so gravierend wie in Spanien. Dennoch dürfte es eine Dekade dauern, bis sich der Finanzsektor davon erholt haben wird.

"Die Fremdwährungskredite werden noch einiges an Schmerzen bereiten", sagte FMA-Vorstand Helmut Ettl vergangenen Donnerstag bei der jährlichen FMA-Pressekonferenz. Man sei noch nicht am Ende des Weges. Die Blase existiere immer noch. Die Lage sei aber nicht mehr so angespannt wie vor einigen Jahren.

Der österreichische Boom mit Fremdwährungskrediten wurde 1996 zu Zeiten des Schillings losgetreten. Aus heutiger Sicht begann die Blasenbildung aber erst ein Jahr nach der Euro-Bargeldeinführung im Jahr 2003. Im Oktober 2008 verhängte die Finanzmarktaufsicht ein Vergabestopp für Fremdwährungskredite, die vor allem in Franken genommen wurden.

Im Sommer 2011 spitzte sich die Lage dramatisch zu, weil der Euro gegenüber dem Schweizer Franken auf ein Rekordtief bei 1,01 fiel. Besitzer von Franken-Krediten, die Anfang des Jahrtausends zu einem Eurokurs von 1,50 CHF ein Darlehen im Gegenwert von 200.000 Euro aufnahmen, standen plötzlich mit 297.000 Euro in der Kreide (zzgl. Zinsen).

Im September 2011 hievte die Schweizerische Nationalbank (SNB) durch die Einführung eines Mindestkurses den Euro auf 1,20 CHF. Die SNB saugte an den Devisenmärkten Euros wie ein Staubsauger auf. Händler kippten ihre Euro-Bestände bei der SNB für 1,20 CHF ab. Die eidgenössischen Währungshüter haben damit ein Platzen von Österreichs Kreditblase vorerst verhindert.