Macht die SNB dem Eurokurs CHF so richtig Dampf?
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Macht die SNB dem Eurokurs CHF so richtig Dampf?

Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,2315 Franken. Sie ist um knapp einen Rappen teurer im Vergleich zur Vorwoche, als der Eurokurs bis auf 1,2222 CHF in den Keller rauschte. Die Aufmerksamkeit richtet auf die Sitzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Donnerstagvormittag. Ein Anstieg des Euros auf 1,25 CHF liegt in der Luft.

Die vierteljährliche Sitzung der SNB dürfte wenig Neues bringen. Es gebe keinen Grund, weshalb die Nationalbank irgendetwas unternehmen sollte, sagte der Währungsstratege Beat Siegenthaler von der UBS im Gespräch mit dem Finanzdienst Bloomberg. Die Schweizer Großbank rechnet bis zum Ende des dritten Quartals mit einem Anstieg des Euros auf 1,27 Franken.

Zwar gibt es auch Analysten, wie Valentin Marinov von der Citigroup, die weitere Maßnahmen wie eine Anhebung des Mindestkurses oder die Einführung negativer Zinsen erwarten. Allerdings dürfte sich Notenbankchef Thomas Jordan seine letzten Asse im Ärmel nur bei einem Aufflammen der Schuldenkrise und einem Absturz des Euros auf 1,20 CHF ziehen lassen.

Paradoxerweise könnte die SNB mit einem Stillhalten sehr viel mehr bewirken. Das uneingeschränkte Festhalten am Mindestkurs und an Leitzinsen um die 0,00 Prozent macht es interessant sich im Schweizer Franken zu verschulden. Die dadurch freigesetzten Kapitalabflüsse ermöglichen ein Vortasten des Euros in den Bereich 1,25-1,30 CHF.

Bevor Investoren und Spekulanten Euro-Anstiegswetten abschließen, wollen sie zu 100 Prozent Gewissheit haben, dass ihnen die SNB nicht dazwischen funkt. In diesem Zusammenhang wäre eine Anhebung des Mindestkurses auf 1,25 kontraproduktiv, weil man bezweifeln würde, ob die Nationalbank das auch durchhalten kann.

Fazit: Eine Geldpolitik der ruhigen Hand ist für die Nationalbank die beste Alternative.