Euro tänzelt auf 1,2095 CHF weil Merkel die Geldbörse öffnet
+++ Euro mit Tiefstmarke bei 1,1410 Franken +++
Tücken des deutschen Wahlergebnis für den EUR/CHF-Kurs...>
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Euro tänzelt auf 1,2095 CHF weil Merkel die Geldbörse öffnet

Der Eurokurs steigt auf 1,2095 Schweizer Franken. Das ist der höchste Stand seit dem 28. Oktober. Marktbeobachter reiben sich die Augen. Die Gemeinschaftswährung legt zu, obwohl die Eidgenossenschaft robuste Konjunkturdaten aus der Industrie liefert. Der Einkaufsmanagerindex kletterte von 46,1 auf 48,5 Punkte. Der Anstieg des Euros scheint auf das Konto von Griechenland und Spanien zu gehen.

Zum US-Dollar klettert der Kurs des Euros im europäischen Vormittagshandel auf 1,3050. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,2986 festgelegt. Die Einheitswährung schaffte den Sprung über die Marke von 1,30, nachdem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Griechenland einen Schuldenschnitt für 2014/15 in Aussicht stellte.

Darüber hinaus scheint dem Euro Spaniens Zinsentwicklung entgegenzukommen. Die Renditen von spanischen Zehnjahrespapieren fallen auf ein Achtmonatstief bei 5,23 Prozent. Die Finanzmärkte interpretieren Merkels Aussagen wie folgt: „Jedes Euroland wird, koste es was es wolle, im Euroraum gehalten. Wenn es Spitz auf Knopf steht, sind auch Schuldenschnitte möglich.“

Und zwar nicht nur für Griechenland. Portugal, Spanien und Italien sind mittelfristig heiße Anwärter auf Gläubigerverzichte. Die Mittelmeer-Anrainer beteuern zwar, dass sie ernsthaft sparen. Unter dem Strich stehen aber weiterhin Haushaltsdefizite. Spanien wird dieses Jahr einen Fehlbetrag von etwa sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausweisen.

Es scheint eine Illusion zu sein, dass diese Länder jemals in der Lage sein werden, Haushaltsüberschüsse zu erwirtschaften. Der Zinsdienst ist mittlerweile so groß, dass es schon Wachstumsraten über mehrere Jahre hinweg von zwei bis drei Prozent benötigt, um solide wirtschaften zu können.

Angesichts der wenig flexiblen Arbeitsmärkte und Güterangebotsmärkte, der alternden Bevölkerung und den ständig steigenden Kosten für die staatliche Rentensysteme, scheint auch dies eine Illusion zu sein.