SNB schreibt schwarze Zahlen
+++ Euro mit Tiefstmarke bei 1,1410 Franken +++
Tücken des deutschen Wahlergebnis für den EUR/CHF-Kurs...>
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SNB schreibt schwarze Zahlen

Die Gewinne der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind wieder am sprudeln. Der mittlerweile größte auf Devisen und Anleihen spezialisierte Hedge Fonds der Welt, wie einige Marktteilnehmer die SNB bezeichnen, weist für das erste Jahr einen Konzerngewinn von 6,5 Milliarden Franken aus. Knapp 80 Prozent des Ertrags stammt aus dem „Mindestkurs-Geschäft“.

Am Devisenmarkt kletterte der Eurokurs kurzzeitig auf 1,2019 Schweizer Franken, nachdem bekannt wurde, dass die Fremdwährungsbestände der Nationalbank mittlerweile zu 60 Prozent aus der Euro Währung bestehen. Wie so oft konnte sich die Gemeinschaftswährung nicht behaupten und den nächsten Schritt über den Widerstand bei 1,2030 machen. Die Euro Kursentwicklung zog sich wieder in ihr Schneckenhaus zurück und notiert aktuell bei 1,2009 CHF.

5,1 Milliarden Franken bzw. 78 Prozent des Konzerngewinnes stammen aus dem nach europäischen Maßstäben notenbankfremden Geschäft mit Fremdwährungspositionen. Dabei erwirtschaftete die SNB 5,5 Milliarden Franken aus Zins- und Dividendenerträgen sowie Kursanstiegen. Die Notenbank profitierte sehr stark von Kursanstiegen bei deutschen- und französischen Staatsanleihen, in denen sie die durch die Verteidigung des Mindestkurses angesammelten Euros vorwiegend anlegt.

Aus dem Wechselkursgeschäft ergab sich ein Verlust von 0,3 Milliarden Franken, was darauf zurückzuführen ist, dass der Eurokurs zum Jahresauftakt bei 1,2150 CHF notiert hatte und am Ende des zweiten Quartals bei 1,2010 stand. Daraus ergibt sich ein Verlust, der durch den Anstieg beim Dollarkurs CHF von 0,94 auf 0,98 teilweise kompensiert wird.

Als vernünftige Investition haben sich wieder einmal die Goldreserven herausgestellt. Auf den mengenmäßig unveränderten Goldbestand entstand ein Buchgewinn von 1,3 Milliarden Franken. Der Goldpreis in CHF kletterte in den ersten sechs Monaten des Jahres von 1.522 auf 1.592 Franken pro Feinunze (+4,6 Prozent).