SNB muss unkonventioneller werden
+++ Euro sinkt auf 1,1420 Franken +++
Freiheit statt Sozialismus: Euro-Warnlampe blinkt...>
Home » » SNB muss unkonventioneller werden

SNB muss unkonventioneller werden

Der Wechselkurs des Euros zum Dollar klettert um 1,5 Cents. Beim Devisenpaar EUR/CHF kommt nichts davon an. Der Schweizer Franken wertet nach der Veröffentlichen der eidgenössischen Erzeugerpreise sogar ein wenig auf gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung. Der Eurokurs notiert aktuell bei 1,2008 CHF.

Kurz vor dem Ende der zurückliegenden Handelswoche fiel der Euro auf ein Monatstief bei 1,2005 CHF. Gleichzeitig begann er gegenüber dem Dollar einen Steilflug. Zwischen Freitagnachmittag und Dienstagmorgen erhöhte sich der Wechselkurs von EUR/USD 1,2242 auf 1,2384 (+1,16 Prozent).

Die Schweizer Produzenten- und Importpreise sanken im Juli 2012 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, meldet das Bundesamt für Statistik. Analysten hatten mit einem Minus von 0,2 Prozent gerechnet. Bei der Jahresteuerung gab es auf der Erzeugerebene einen Rückgang um 1,8 Prozent. Die Importpreise für Energierohstoffe (Rohöl, Erdgas, Kohlen) lagen im Juli 2012 um 0,1 Prozent tiefer als im Juli 2011.

Out of the box

Marktexperten sagen, die Chancen für einen Anstieg des Eurokurses gegenüber dem Schweizer Franken schwinden tagtäglich. Die Einheitswährung kann gegenüber dem Franken nicht zulegen, obwohl an den Finanzmärkten die Risikoscheu zurückgeht. Der deutsche Aktienindex klettert derweil auf ein Viermonatshoch bei 6.995 Punkten.

Wenn die nächste Korrektur kommt, müsste die Schweizerische Nationalbank ihre Interventionstätigkeit wieder verstärken, um den Mindestkurs zu verteidigen. Die Währungsreserven der Schweiz, die sich inklusive der Goldbestände derzeit auf 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes belaufen, könnten sodann rasch auf 100 Prozent steigen.

Etwas „Out of the box“ zu machen rät der Basler Wirtschaftsprofessor Peter Bernholz. Die Schweizerische Nationalbank sollte gelegentlich den Euro nach oben drücken. „Das würde kurzfristig zwar größere Devisenkäufe zur Folge haben, aber vermutlich wegen der geschaffenen Unsicherheit das Ausmaß der Interventionen zur Verteidigung der 1,20 verringern“, wird Bernholz von cash.ch zitiert.