„Euroland braucht einen Urknall“
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„Euroland braucht einen Urknall“

„Euroland braucht einen Urknall seitens der politischen Entscheidungsträger, um die Abwärtsspirale zu stoppen“, sagt der Chefökonom Jan Amrit Poser von der Bank Sarasin. „Die Zuspitzung der Euroschuldenkrise im zweiten Quartal 2012 trübt den Ausblick für die nächsten Monate“, schreibt das Geldhaus in seiner Investorennotiz „Global View“ im Juli 2012.

Am Devisenmarkt spiegelt sich die Krise nicht nur in einer ungebremsten Nachfrage nach dem sicheren Hafen Schweizer Franken. Auch der amerikanische Dollar gewinnt seinen Nimbus als Krisenanker zurück. Der Euro fällt auf 1,2195 USD und markiert ein frisches Zwei-Jahres-Tief. Gegenüber dem Schweizer Franken notiert der Eurokurs bei 1,2010.

Interessanterweise meinen die Analysten der Bank Sarasin, dass der Dollar nur kurzfristig von der Schuldenkrise profitieren werde. Bis Ende 2012 könne der Greenback sogar zur weicheren Währung werden. Als Risiken für die Dollarkursentwicklung nennt man ein abermaliges Gerangel um die US-Schuldenobergrenze und eine Ausweitung der Dollar-Liquidität durch die US-Notenbank Fed.

Schuldenkrise aktuell

Obwohl der Absturz des Euros gegenüber dem Dollar auf eine Zuspitzung der Schuldenkrise hindeutet, scheint das Gegenteil der Fall. Die Zinsen für spanische- und italienischen Staatsanleihen sind in den letzten Tagen zurückgegangen. Spanien und Italien haben Reform- und Sparprogramme von knapp 90 Milliarden Euro angekündigt.

Die Renditen für spanische Zehnjahrespapiere fallen von 7,11 auf 6,51 Prozent, während die Zinsen italienischer Staatsanleihen von 6,18 auf 5,73 Prozent zurückgehen. Insbesondere bei der Zinsentwicklung Spaniens dürfte Platz nach unten sein. Die Eurogruppe beschloss 30 Milliarden Euro noch in diesem Monat zur Rekapitaliseirung der Banken nach Madrid zu überweisen.

Wenn die klammen, teilweise teilverstaatlichten Sparkassen eine wenig Luft zum atmen haben, dürfte die spanische Regierung sie zum Kauf ihrer Staatsanleihen drängen.