Mit Kontrollen Spekulanten einschüchtern
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Mit Kontrollen Spekulanten einschüchtern

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) passt ihre rhetorischen Deviseninterventionen an. So will Notenbankchef Thomas Jordan durch die Androhung von Kapitalkontrollen den Mindestkurs verteidigen. Aktuell notiert der Eurokurs bei 1,2007 CHF. Die eidgenössische Währung besitzt einen Gegenwert von 83,28 Euro-Cents.


„Vor dem Hintergrund des zunehmenden Drucks ist die Ankündigung (über der Einführung von Kapitalkontrollen, Anm. der Redaktion) ein Warnschuss für Spekulanten“, schreibt die Bank Sarasin in einer aktuellen Investorennotiz, die dem Finanzdienst Bloomberg vorliegt. „Allerdings muss man bedenken, dass eine solche Maßnahme nur in einem Worst-Case Szenario in Erwägung gezogen werden würde.“

Devisenreserven

Morgen veröffentlicht die Nationalbank die Höhe ihrer Devisenreserven. Ende April 2012 hatte die SNB Fremdwährungspositionen im Gegenwert von 235,6 Milliarden Franken in ihren Tresoren. Durch die Verschärfung der Schuldenkrise in Griechenland, Spanien und Italien rechnen Analysten mit einem Anstieg auf bis zu 250 Milliarden Franken. Darauf deuten auch jüngste Kommentare von Notenbankchef Thomas Jordan hin.

„Die Situation in den letzten Wochen hat sich verschlechtert und ist viel unsicherer geworden. Wir beobachten gleichzeitig einen deutlichen Aufwertungsdruck auf den Franken“, sagte Jordan. Die Hängepartie in Spanien hat die Wertsteigerungshektik des Frankens gegenüber dem Euro spürbar erhöht.

„Spanien ist insolvent und wird einen Rettung benötigen“, stellt Megan Greene, Europa-Chefin von Roubini Global Economics im Gespräch mit dem TV-Kanal Bloomberg fest. Die spanische Regierung sträubt sich bisher unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Finanzminister Cristóbal Montoro räumte zwar Probleme wegen der hohen Zinsen ein. Gleichzeitig sagte er, dass die Herren in den „schwarzen Anzügen“, gemeint ist die Troika, nicht nach Spanien kommen werden.