Kreditklemme durch Kapitalpuffer
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Kreditklemme durch Kapitalpuffer

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) warnte in der zurückliegenden Woche abermalig vor einer Immobilienblase. Gleichzeitig zog Notenbankchef Thomas Jordan die Einführung antizyklischer Kapitalpuffer in Erwägung. Dadurch müssten die Banken mehr Eigenkapital zurückhalten. Die Nationalbank erhofft sich, dass so die Immobiliendarlehensvergabe gedrosselt werden kann.

Kapitalpuffer könnten eine Kreditklemme verursachen, erläutert der Präsident des Verbandes der Kantonalbanken, Urs Müller, in einem Gespräch mit der „Aargauer Zeitung“. „Zu spüren bekommen dies nicht zwingend die Hypothekarkunden, sondern unter Umständen die kleinen- und mittelständischen Unternehmen (KMU). Wenn die KMU weniger gut zu Krediten kommen, kann dies wohl nicht im Sinn der Volkswirtschaft sein.“

Das eigentliche Problem seien die niedrigen Zinsen. Dies liege in der Entscheidungsautonomie der Nationalbank. Ferner verweist Müller, dass die Schweizer Immobilienpreisentwicklung in erster Linie von einer steigenden Nachfrage getrieben werde. Ausnahmen bestünden lediglich im Bereich von Luxusobjekten am Genfersee und Zürichsee.

An der Leitzinsschraube dürfte die Nationalbank in absehbarer Zeit nicht drehen. Der 3-Monats-Libor steht aktuell bei 0,10 Prozent und befindet sich damit weiterhin am unteren Ende des SNB-Zielbandes von 0-0,25 Prozent. Wenn Jordan die Leitzinsen anhöbe, dann würde sich der Aufwertungsdruck des Schweizer Frankens und Deflationsgefahren vergrößern.

Aktuelle Marktberichte zeigen, dass die Nationalbank weiterhin sehr stark intervenieren muss, um den Mindestkurs bei 1,20 zu verteidigen. Die Guthaben der Schweizer Banken bei der SNB wuchsen in der vergangenen Woche um 18 auf 212,5 Milliarden Franken. Dies deute auf verstärkte Euro-Devisenkäufe der Nationalbank hin, sagen Experten.

Unterdessen fällt der Eurokurs am Dienstagnachmittag auf 1,2008 CHF. Am Vortag legte die Europäische Zentralbank (EZB) den offiziellen Referenzkurs des Devisenpaares auf 1,2010 fest. Gegenüber dem Dollar klettert der Euro im Verlauf des Handelstages von 1,2568 auf 1,2628. Spiegelverkehr sinkt der Dollarkurs CHF von 0,9554 auf 0,9508.