Grexit belastet Konjunkturerwartungen
+++ Euro mit Tiefstmarke bei 1,1410 Franken +++
Tücken des deutschen Wahlergebnis für den EUR/CHF-Kurs...>
Home » » Grexit belastet Konjunkturerwartungen

Grexit belastet Konjunkturerwartungen

Die Banken Griechenlands wackeln. Gleichzeitig trüben sich die Konjunkturerwartungen für die Schweiz ein. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und Credit Suisse (CS) herausgegebene Index fällt von 2,1 auf -4,0 Zähler. Der ZEW-CS Indikator spiegelt die Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung auf Sicht von sechs Monaten wider.

Unterdessen schafft es der Eurokurs nur noch sporadisch die Marke von 1,2010 CHF zu überschreiten. Angesichts des immer wahrscheinlicher werdenden Austritts Griechenlands aus der Eurozone (Grexit) muss die Schweizerische Nationalbank (SNB) offenbar kräftig intervenieren, um den Mindestkurs zu verteidigen. Gegenüber dem Dollar fällt der Eurokurs auf den niedrigsten Stand seit vier Monaten. Das Devisenpaar sinkt auf EUR/USD 1,2681.

Es sieht so aus, dass Griechenlands Politiker durch die Nichtbildung einer Regierung einen Bank Run ausgelöst haben. Die Financial Times berichtet, dass Anleger seit den Wahlen am 6. Mai 2012 bereits mehr als fünf Milliarden Euro aus dem klammen Mittelmeerland abgezogen haben. Wenn die Hellenen Pleite gingen, könnten auch die Banken in Italien, Spanien, Portugal und Irland anfangen zu wackeln.

Der Schweizer Aktienindex hat seine Gewinne des Jahres mittlerweile wieder abgegeben und notiert derzeit bei 5.872 Zählern. Am 3. Januar 2012 war der SMI bei 6.020 Punkten gestartet und bis Mitte März auf 6.357 Punkte geklettert. Seitdem geht es kontinuierlich nach unten. Der Dax steht bei 6.369 Punkten und ist mehr als 800 Punkte von seinem Jahreshoch entfernt.

Gold profitiert nicht von der Griechenland-Krise. Das Gegenteil ist der Fall. Die Feinunze (31,1 Gramm) kostet aktuell 1.527 Dollar bzw. 1.445 Schweizer Franken. Damit weist die Goldpreisentwicklung 2012 eine negative Jahres-Performance auf. Analysten führen dies auf den stärker werdenden Dollar und sinkende Inflationsgefahren zurück. Ferner zeige der Preisverfall von Gold, dass der Euro den Grexit überleben sollte.