Eurokurs bleibt unter Dauerbeschuss
+++ Euro mit Tiefstmarke bei 1,1410 Franken +++
Tücken des deutschen Wahlergebnis für den EUR/CHF-Kurs...>
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Eurokurs bleibt unter Dauerbeschuss

Gegenüber dem Schweizer Franken fällt der Eurokurs auf 1,2003 und notiert so niedrig wie zuletzt zu Ostern. Das Devisenpaar Euro Dollar sinkt auf 1,2615 und markiert ein frisches Jahrestief. Die Gemeinschaftswährung geht vor dem EU-Gipfel auf Tauchstation. Die Positionen von Deutschland und Frankreich liegen sehr weit auseinander. Stillstand droht bei der Krisenbewältigung.

Frankreichs Staatspräsident François Hollande fordert gemeinschaftliche Staatsanleihen (Eurobonds), mit denen er Konjunkturprogramme auf Pump finanzieren will. Den Franzosen ist es ein Dorn im Auge, dass sie von den Finanzmärkten nur als halb so guter Schuldner wie Deutschland bewertet werden. Die Zinsen für zehnjährige französische Staatsanleihen liegen bei 2,74 Prozent, deutsche Bundesanleihen rentieren bei 1,41 Prozent. Mit Eurobonds würde sich der Zinsabstand verringern.

Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, mahnt Strukturreformen an. Mit einer Liberalisierung des Arbeitsmarktes, einer Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahren kann sich der Sozialist Hollande jedoch nicht anfreunden. Er will 60.000 Staatsbedienstete einstellen, fordert einen französischen Spitzensteuersatz von 75 Prozent und sagte, dass er die Reichen nicht möge. Frankreich ist wirtschaftlich nicht mehr auf Augenhöhe mit Deutschland.

Das französische Bruttoinlandsprodukt werde sich 2012 um 0,7 Prozent erhöhen und 2012 um 1,5 Prozent, prognostiziert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Für Deutschland rechnet man mit einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent und 2,0 Prozent. Frankreichs Arbeitslosenrate liegt bei zehn Prozent, in der Bundesrepublik sind sieben Prozent ohne Arbeit.

Einen Fortschritt könnten die Regierungschefs der Eurozone bei ihrem Treffen jedoch bei der Stärkung des Bankensektors machen. So ist im Gespräch mit den Mitteln des ständigen Rettungsschirms (ESM) die Kapitalisierung der Banken zu erhöhen. Offenbar hat man eingesehen, dass es ohne solide Banken, die Kredite an Haushalte und Unternehmen geben, überhaupt kein Wachstum gibt.