SNB verpulvert 2,6 Mrd. Franken
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SNB verpulvert 2,6 Mrd. Franken

Im ersten Quartal 2012 erlitt die Schweizerische Nationalbank (SNB) auf einen Verlust auf ihre Fremdwährungsreserven in Höhe von 2,6 Milliarden Franken. Der Fehlbetrag wurde durch Wechselkursverluste verursacht. So hat der Franken in den ersten drei Monaten des Jahres aufgewertet, wodurch Euros, Dollars und Yens in den Tresoren der Nationalbank weniger wert wurden.

Die Goldreserven haben sich einmal mehr als sinnvolle Risikostreuung erwiesen und dafür gesorgt, dass die Papiergeld-Verluste weniger gravierend ausfielen. Weil die Goldpreisentwicklung 2012 ihren Höhenflug fortsetzt, fuhr die Nationalbank einen Bewertungsgewinn von 760 Millionen Franken ein. Der Goldkurs in CHF kletterte zwischen dem 2. Januar und dem 31. März 2012 von 1.215 auf 1.253 Franken pro Feinunze (+3,13 Prozent).

Unter dem Strich liegt der Konzernverlust der Nationalbank bei minus 1,7 Milliarden Franken. Durch den Stabilisierungsfonds und Repo-Geschäfte nahmen die eidgenössischen Währungshüter 129 Millionen Franken ein. Im ersten Quartal 2011 hatte die Nationalbank noch einen Bruttoerfolg von 1,9 Milliarden Franken erwirtschaftet.

Aktuell steht der Eurokurs bei 1,2010 CHF. Es besteht weiteres Potential für Wechselkursverluste, weil die Nationalbank bei der Bewertung ihre Devisenreserven zum 30. März 2012 einen Wechselkurs von EUR/CHF 1,2043 zugrunde legte. Nach Informationen auf der SNB Webseite befinden sich 51 Prozent der Währungsallokationen in Euro. Der Gegenwert der Devisenreserven insgesamt belief sich zum Ende des ersten Quartals 2012 auf 237 Milliarden Franken.

Käme die Abwertung des Euros von 1,2043 auf 1,2010 CHF (-0,27 Prozent) zum tragen, würde dies eine Wertberichtigung von etwa 326 Millionen Franken nach sich ziehen. Die bereits bei kleinsten Kursschwankungen ausgelösten dreistelligen Millionenverluste zeigen, dass die Nationalbank den Mindestkurs mittlerweile auch aus Eigeninteresse auf Biegen und Brechen verteidigen muss, um einer Rekapitalisierung durch den Steuerzahler zu vermeiden.