Letzte Verteidigungslinie EUR/CHF 1,2022
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Letzte Verteidigungslinie EUR/CHF 1,2022

Zum Wochenauftakt setzt der Euro gegenüber dem Schweizer Franken seine Talfahrt fort. Das Devisenpaar beginnt in Asien bei EUR/CHF 1,2052 und fällt anschließend auf 1,2041. Die europäische Gemeinschaftswährung wird auch gegenüber dem US-Dollar schwächer und sinkt auf 1,3417. Am Freitag kletterte der Euro noch auf 1,3484 Dollar.

„Angesichts der hohen Bedeutung der Nationalbank in der gegenwärtig schwierigen Lage darf der Bundesrat die Ernennung eines neuen Präsidenten nicht länger hinausschieben“, sagt der Präsident des Dachverbandes der Schweizer Wirtschaft (Economiesuisse), Gerold Bührer, in einem Interview mit cash.ch. Mit Thomas Jordan stehe eine bewährte Kraft zur Verfügung und er (Bührer) sehe nicht ein, weshalb der Bundesrat in dieser Frage zuwarte.

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf will erst im April 2012 eine Entscheidung herbeiführen. Zunächst wird der vakante Posten im Dreier-Direktorium der Schweizerischen Nationalbank (SNB) besetzt. Anschließend soll der neue SNB-Präsident ernannt werden. Das Verfahren ist umstritten. Bührer ist der Meinung, dass die Wahl des dritten Direktoriumsmitglieds nicht gleichermaßen zeitkritisch sei wie die Ernennung des neuen SNB-Chefs.

Jordan alternativlos

Politische Beobachter schließen aus dem Verhalten der Bundespräsidentin Widmer-Schlumpf, dass ihr der interimistische Chef der SNB, Thomas Jordan, als dauerhafter Nachfolger von Philipp Hildebrand offenbar nicht genehm sein dürfte. Derzeit laufe jedoch, auch aus Mangel an Alternativen, alles auf Jordan heraus.

Dieser wird morgen auf einer Veranstaltung der „Neue Zürcher Zeitung“ eine Rede halten und wahrscheinlich erneut gebetsmühlenartig wiederholen, dass man den Mindestkurs mit aller Macht durchsetzt. Allerdings ist Jordan weniger aggressiv mit seinen Devisenmarktinterventionen als Hildebrand.

Aus charttechnischer Sicht würde es für die SNB Verteidigungshändler Sinn machen sich an dem September-2011-Tief bei EUR/CHF 1,2022 und dem Februar-2012-Tief bei 1,2032 zu orientieren. Es scheint ausgeschlossen, dass die Nationalbank den Euro in den Bereich zwischen 1,2000 und 1,2020 abrutschen lassen wird, weil dies ein unkalkulierbares Risiko darstellen würde.